Feuerwehr Baunatal gibt Tipps

Vermehrt Brände: Wie Kaminreste richtig entsorgt werden

Baunatal. Immer mehr Hausbesitzer stellen sich Kamin-, Kachel- oder Schwedenöfen in die gute Stube. Doch wohin mit der Asche? Die Feuerwehr Baunatal gibt Tipps.

Die falsche Entsorgung kann –wie vergangenen Mittwoch in Baunatal-Großenritte passiert – einen Brand auslösen. Dort hatte ein Hausbewohner Kaminasche in einer Mülltonne im Hinterhof entsorgt. Der Schaden beläuft sich laut Polizei auf mehrere zehntausend Euro, die Bewohner kamen mit dem Schrecken davon. Ralf Seitz, Stadtbrandinspektor in Baunatal, hat ein paar Tipps für die richtige Entsorgung von Asche parat.

Keine Plastikeimer

Immer wieder kommt es vor, dass Ofenbesitzer die vermeintlich kalte Asche in nicht geeignete Behältnisse einfüllen. „Beispielsweise wird die Asche in Pappkartons, Plastiktüten oder Plastikeimer gegeben und dann in die Mülltonne oder in den Abfalleimer zum restlichen Hausmüll geleert“, sagt Ralf Seitz. Enthält die Asche allerdings noch glühende Anteile, die mitunter oberflächlich schwer zu erkennen sind, kann in dem Behälter ein Schwelbrand entstehen, so der Stadtbrandinspektor. Aufgrund weiterer brennbarer Materialen in Mülltonne oder Abfalleimer kann sich der Brand schnell ausbreiten und auf die weitere Umgebung übergreifen. „Ein solcher Schwelbrand kann sich innerhalb weniger Minuten zu einem Vollbrand entwickeln“, erklärt Seitz.

Im Metalleimer

Zur Lagerung der Asche sollte laut Seitz ein nicht brennbares Behältnis benutzt werden: „Dazu eignet sich beispielsweise ein handelsüblicher Blecheimer mit Deckel aus dem Baumarkt.“

Asche abkühlen lassen

Die Asche sollte zudem immer ausreichend abgekühlt sein. „Nach vier Tagen kann davon ausgegangen werden, dass diese kalt genug ist“, so der Stadtbrandinspektor. Wenn nach gewissenhafter Prüfung kein Zweifel mehr bestehe, könne die Asche in der entsprechenden Mülltonne entsorgt werden. Beim Heizen mit Kohle kann sich das Abkühlen der Asche allerdings um einige Tage verzögern. Hier ist laut des Experten besondere Vorsicht geboten.

Auf Umgebung achten

Grundsätzlich gilt: „Der heiße Blecheimer mit der Asche sollte nicht in der Nähe anderer brennbarer Materialen aufbewahrt werden“, darauf weist Ralf Seitz hin.

Das sagt die Versicherung: „Klären, ob fahrlässig gehandelt wurde“

„Bei einem Brand greift die Wohngebäudeversicherung“, erklärt Kathrin Jarosch, Sprecherin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft auf HNA-Nachfrage. Wenn es sich um eine Mietwohnung handelt, müsse der Bewohner zunächst dem Eigentümer Bescheid geben, dieser informiert die Gebäudeversicherung. 

Zudem müsse geklärt werden, ob fahrlässig gehandelt wurde. Laut Jarosch wird in jedem Einzelfall entschieden, ob und bis zu welchem Grad den Mieter beziehungsweise den Wohneigentümer gegebenenfalls eine Mitschuld treffe. Daher könne es sein, dass die Versicherung auch nur 50 Prozent des Schadens übernimmt. Den Rest der durch den Brand entstandenen Kosten müsse in diesem Fall der Mieter oder Wohneigentümer selbst tragen. 

„Ich vermute, dass in dem Fall in Baunatal ein Gutachter beauftragt wird“, sagt Jarosch. Die Hausratsversicherung übernehme unter anderem die Kosten für Hotelübernachtungen, da der Mieter oder Wohneigentümer in den meisten Fällen nicht in die ausgebrannte Wohnung zurückkehren könne.

Rubriklistenbild: © Symbolfoto/dpa

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