Sachen wurden mindestens sechs Monate nicht abgeholt

Räder und Schmuck unterm Hammer: Versteigerung beim Fundbüro Baunatal

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Im Fundkeller: Martin Glake, der beim Bürgerservice für das Fundbüro verantwortlich ist, nimmt die 20 abgegebenen Fahrräder in Augenschein, die die Behörde versteigern will. 

Baunatal. Wer schon immer eine Klarinette haben wollte, hat am Freitag, 13. April, in Baunatal die Gelegenheit, eine zu ergattern. Und zwar bei einer Versteigerung von Fundsachen. 

Das Holzblasinstrument ist der ungewöhnlichste Fund, der in den vergangenen zwei Jahren ins Fundbüro der Stadt gebracht wurde. 90 Gegenstände stehen insgesamt auf der Liste der Gegenstände, die das Fundbüro an den Meistbietenden vergeben will. Sie wurden in den vergangenen zwei Jahren abgegeben, aber nicht vom Eigentümer abgeholt. 

Darunter befinden sich vor allem Uhren, Brillen, Schmuck, Handtaschen und Kleidung. Aber auch 20 Fahrräder sollen unter den Hammer kommen. „Vom Kinderfahrrad bis zum Mountainbike ist alles dabei“, sagt Martin Glake, der als Abteilungsleiter des Bürgerservices für das Fundbüro verantwortlich ist.

Mindestens ein halbes Jahr muss das Fundbüro einen Gegenstand aufbewahren, um dem Besitzer die Chance zu geben, sein Eigentum abzuholen. Daher werden nur Fundsachen versteigert, die bis zum 13. Oktober des vergangenen Jahres gemeldet wurden. Um nun Platz für neue Funde zu schaffen, soll die Versteigerung die Schränke und den Keller des Fundbüros leeren. Alles, für das sich morgen kein neuer Besitzer findet, wird vernichtet.

Denn innerhalb von zwei Jahren sammelt sich vieles an. Nur etwa die Hälfte der Fundsachen werde abgeholt. „Besonders Kleidung bleibt meist liegen“, berichtet Glake. Wie oft etwas abgegeben wird, könne er nicht beziffern. Aber es gebe Wellen: „Nach Großveranstaltungen in der Stadt werden uns vermehrt Fundsachen gebracht“, sagt er.

Auch Handys kommen oft ins Fundbüro Baunatal

Zu den häufigsten Fundsachen in Baunatal zählen Schmuck, Uhren, Fahrräder und Handys. „Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden 36 Mobiltelefone abgegeben“, sagt Glake. Doch aus Datenschutzgründen dürfen sie ebenso wenig versteigert werden wie Dokumente oder Schlüssel, die regelmäßig ins Fundbüro gebracht werden.

Aber auch kuriose Funde kamen in den 27 Jahren, die Glake nun für das Fundbüro zuständig ist, immer wieder vor. „Einmal brachte uns die Wasserschutzpolizei ein Boot“, erinnert er sich. Auch die Klarinette, die morgen versteigert werden soll, sei ein „echtes Highlight“, noch nie zuvor sei ein Musikinstrument unter den Fundsachen gewesen. Nicht nur der Gegenstand an sich, auch dessen geschätzter Wert verwundert Glake. Denn die Klarinette sehe sehr hochwertig aus.

Die Qualität der Fundsachen überrasche den Beamten immer wieder: „Oft sind sehr teure Mountainbikes oder auch Eheringe dabei.“ Es sei ihm ein Rätsel, weshalb sich niemand nach diesen „Schätzen“ erkundige. Doch dadurch könnte Freitag, der 13. in Baunatal dieses Jahr für so manchen zum Glückstag werden. Auch für die Stadt, denn die Einnahmen aus der Versteigerung fließen in ihre Kasse. 

Termin: Versteigerung in Baunatal

Die Versteigerung der Stadt Baunatal findet statt am Freitag, 13. April, im Foyer der Stadtverwaltung (Marktplatz 14.) Ab 14 Uhr werden Mitarbeiter des Bürgerbüros insgesamt 90 Fundsachen an den Meistbietenden vergeben. 

Wer in Baunatal etwas verloren hat, kann zu den Öffnungszeiten des Bürgerbüros persönlich vorbeikommen oder telefonisch unter 0561/ 4 99 21 00 nachfragen. Außerdem bietet das Fundbüro Baunataler Bürgern die Möglichkeit, über ein Online-Formular eine Verlustmeldung zu schalten. Die Mitarbeiter des Fundbüros gleichen dann jede neue Fundsache mit dem beschriebenen Gegenstand ab.

Übrigens: Göttinger Fundsachen werden beispielsweise online - also im Internet - versteigert.

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