Neues Konzept soll helfen

Baunatal hat immer mehr Grünflächen - Betriebshof kommt kaum noch nach

Neue Optik, minimaler Pflegeeinsatz: In Rengershausen auf dem Platz An der Kirche wurden die Hochbeete jetzt mit flächig wachsenden und gelb blühenden Waldsteinien bepflanzt. Ein Blumenbeet (rechts an der Mauer) wurde sogar ganz entfernt. Foto: privat/nh

Baunatal. Enorm gewachsen ist die VW-Stadt Baunatal in den vergangenen 20 Jahren. Sieben Baugebiete sowie zwei Gewerbegebiete sind hinzugekommen.

Sie alle weisen kleinere und größere Grünflächen mit und ohne Bäume auf - Spielplätze, Sportanlagen, begrünte Verkehrsinseln, Straßenränder, Wiesen und einiges andere mehr. All das muss gepflegt werden - vom Baubetriebshof der Stadt.

Über eine Million Euro gibt die Stadt jährlich für die Grünflächenpflege aus. Insgesamt sorgen 59 Festangestellte und 23 Saisonkräfte des Baubetriebshofes dafür, dass Baunatal eine grüne Stadt bleibt. Sie haben alle Hände voll zu tun.

Gab es im Stadtgebiet 1994 noch 6741 Allee- und Parkbäume, sind es heute schon 8800. Gab es vor 21 Jahren noch 130 Hektar Rasenflächen, sind es heute schon 151 Hektar. Nur die Fläche der besonders pflegeintensiven Blumenbeete hat sich kaum verändert. Sie liegt heute immer noch bei rund 19 Hektar.

Um diesen Zuwachs zu stemmen, greift die Stadt Baunatal nun zu neuen Mitteln. So wird in den kommenden Monaten ein digitales Baumkataster angelegt, in dem sämtliche Bäume mitsamt Pflegezustand, Alter und Standort erfasst werden. Der Vorteil: Eine besondere Software kann dann genau ermitteln, wann welcher Baum mit welcher Pflegemaßnahme an der Reihe ist. „Das erspart uns eine Menge Zeit“, sagt Engler.

Bürgerbeteiligung wichtig 

Kies statt Blumen: Am Streckweg in Guntershausen wurde auf die sehr pflegeintensiven Blumenbeete unter den Bäumen verzichtet – im Einvernehmen mit den Anwohnern. Foto: privat/nh

Ein weiterer Schritt in Richtung Arbeitserleichterung ist die behutsame Rücknahme von Blumenbeeten oder intensiv gepflegten Rasenflächen - „und zwar an Stellen, wo es sich anbietet und wo auch die Anwohner nichts dagegen haben“, sagt Engler.

Bürgerakzeptanz sei wichtig. „Auf diese Weise arbeiten wir schon seit etwa drei Jahren erfolgreich, um ehedem sehr pflegeintensive Grünflächen in weniger aufwändige Bereiche zu verwandeln“, sagt Engler. Sieben Bürgerinformationen in verschiedenen Stadtteilen habe es seit 2012 bereits gegeben. Am 17. August sei das Leiselfeld an der Reihe.

„Wir fassen jede Fläche an“ 

So wurden schon an vielen Stellen in Baunatal Blumenbeete durch Schotterflächen ersetzt, oder ehedem intensiv gepflegte Rasenflächen in kleine Wildblumenareale verwandelt, die seltener gemäht werden müssen.

„All das spart Kosten, und führt gleichzeitig zu einer Aufwertung des Stadtbildes“, sagt Engler. Längst sei der Umwandlungsprozess nach dem neuen Grünpflegekonzept noch nicht abgeschlossen. „Wir fassen jede Fläche an, und das dauert seine Zeit.“

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