Sie soll die bisher üblichen Handscanner im Lager ersetzen

Volkswagen: OTC in Baunatal will Datenbrille

Brille statt Scanner: Die Entwickler des Systems stellten dieses jetzt auch bei der Jahrespressekonferenz von VW in Berlin vor. Dahinter steht der bisher genutzte Handscanner. Foto: Kühling

Baunatal. Die Scannerbrille, die im VW-Stammwerk Wolfsburg bereits getestet wird, könnte demnächst auch in Europas größtem Ersatzteilzentrum in Baunatal eingesetzt werden.

Wenn die Brille den Strichcode erfasst, dann erscheint ein grünes „OK" über dem rechten Auge im Datenfenster.

Dann weiß der Mitarbeiter im Ersatzteilversand bei VW, dass er das richtige Teil vor sich hat und letztendlich auch an den Kunden rausschickt.

Nachdem die Scannerbrille im VW-Stammwerk Wolfsburg bereits getestet wird, könnte sie Einzug in Europas größtem Ersatzteilzentrum in Baunatal nehmen. „Es ist grundsätzlich so, dass wir an dem Thema interessiert sind“, sagt Malte Harbusch, Sprecher für das Original-Teile-Center (OTC).

Über den Einsatz der Brille im OTC sei man mit den Wolfsburger Kollegen in Kontakt, sagt Harbusch. Auch Mitarbeiter aus Baunatal hätten die Brille bereits in Wolfsburg getestet.

Prominenter Tester: Auch VW-Vorstandschef Martin Winterkorn schaute bei einem Symposium in Wolfsburg durch die neue Scanner-Brille. Foto: Volkswagen/dpa

Sollten die Baunataler grünes Licht geben, bekämen immerhin mehrere HundertBeschäftigte ein solches Gerät auf die Nase. Insgesamt arbeiten 2500 Frauen und Männer im Ersatzteileversand in Baunatal. Weitere 14.100 Beschäftigte verzeichnet das produzierende VW-Werk auf der anderen Seite der A 49.

Ersetzt würden durch das Datengestell die bisher üblichen Handscanner, die jeder Mitarbeiter im Lager hat. „Auch jeder Gabelstaplerfahrer hat so ein Ding dabei“, erläutert Malte Harbusch. 452.000 verschiedene Ersatzteile lagern derzeit im OTC in Baunatal.

Natürlich sei die Datenbrille aus dem Teileversand in Wolfsburg nicht eins zu eins auf das OTC übertragbar, sagt der Sprecher weiter. Es müsse Anpassungen auf die Systeme hier geben. „Das ist nicht von heute auf morgen zu machen.“

Als einen Vorteil der Scannerbrille nennen die Entwickler, dass die Mitarbeiter künftig beide Hände frei haben. Das Halten des Scanners entfällt. In der Brille ist eine Mini-Kamera eingebaut. Diese liest die Strichcodes an den Teilebehältern ab. Ein unsichtbarer Infrarotstrahl erfasst die Position der Pupillen und erkennt, wohin der Mitarbeiter blickt. In Baunatal gibt es allerdings noch genügend Fragen, die vor einem endgültigen „Okay“ geklärt werden sollen. Untersucht werden müsse, sagt Harbusch, ob durch die Brille nicht Sicht und Konzentration beeinträchtigt werden. Schließlich seien auf den Gängen im OTC viele Fahrzeuge unterwegs. Die ganze Sache müsse „definitiv ausreichend“ getestet sein. „Wenn das alles übertragbar ist, dann sind wir interessiert.“

Auch VW-Vorstandschef Martin Winterkorn hatte die Brille jetzt bei einem Symposium zur Standortlogistik getestet. Aus VW-Kreisen wurde danach bekannt, dass die Brille möglicherweise im Frühjahr im Stammwerk Wolfsburg erste Handscanner ablösen soll.

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