Rund 19.000 Euro Schaden

Volltrunken über den Friedhof: Mann fuhr mit mehr als 2,6 Promille

Baunatal. So hat sich ein 35-Jähriger seinen Neujahrsrutsch wahrscheinlich nicht vorgestellt: Mit über 2,6 Promille landete er am Montagmorgen in seinem BMW auf dem Friedhof Baunatal-Großenritte.

Wie die Polizei mitteilte, war der Mann aus Niedenstein gegen 2.30 Uhr offenbar mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs und überfuhr einen Bordstein an der Kasseler Straße. Dadurch hob sein Pkw ab, flog durch eine Hecke und prallte gegen eine Birke. Nach dem kurzen Flug rutschte der BMW noch etwa 20 Meter weiter und kam an einem Stein direkt an der Friedhofskapelle zum Stehen.

Der Mann blieb unverletzt, den Schaden an seinem Pkw schätzt die Polizei auf rund 15.000 Euro. Auf dem Friedhofsgelände ist nach ersten Schätzungen ein Schaden von etwa 4.000 Euro entstanden.

Dem 35-Jährigen drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis

„Für den Fahrer ist der Unfall glimpflich ausgegangen“, sagt Polizeisprecher Matthias Mänz. Der 35-jährige Fahrer aus Niedenstein müsse sich jetzt allerdings wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten. Ein so hoher Promillewert beim Atemtest ginge über eine bloße Ordnungswidrigkeit hinaus und gelte als Straftat.

Es drohen ein Bußgeld oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren, erläutert Mänz. Wie hoch die Strafe schließlich ausfalle, entscheide der Richter von Fall zu Fall. Dafür gebe es keinen Regelsatz. Seinen Führerschein sei der Fahrer aber erst einmal los.

Laut Susanne Bräutigam, Sprecherin der Stadt Baunatal, gehe der Friedhofsbetrieb ganz normal weiter. Die Schäden an der Hecke und am Rasen könnte die Stadt im Frühjahr ausbessern.

Die Stadt Baunatal wird eine Rechnung ausstellen

Auch eine Birke, die direkt an der Kasseler Straße steht, habe zwar durch das Auto etwas abbekommen – sie müsse aber nicht gefällt werden. Wie hoch der auf dem Friedhof entstandene Schaden tatsächlich ist, müsse die Stadtverwaltung noch genau ermitteln. In jedem Fall gilt aber: „Die gesamten Kosten stellt die Stadt Baunatal dem 35-jährigen Mann aus Niedenstein in Rechnung“, unterstreicht Bräutigam.

Das sagt die Versicherung: Versicherer kann Summe zurückfordern 

„Für den Schaden, den der Unfallfahrer auf dem Friedhof verursacht hat, kommt seine Kfz-Haftpflichtversicherung auf“, sagt Simon Frost, Sprecher des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft. Der Versicherer könne die Summe aber von seinem Kunden zurückfordern. „So ein Regress ist ab 0,3 Promille möglich“, sagt Frost. Dieser Anspruch sei auf 5000 Euro begrenzt. 

„Die Kaskoversicherung, die die Schäden am eigenen Auto reguliert, kann bei Fahruntüchtigkeit die Leistungen kürzen. Bereits ab 0,3 Promille kann grobe Fahrlässigkeit vorliegen, sodass der Versicherte bei beispielsweise 0,5 Promille nur die Hälfte des Kaskoschadens ersetzt bekommt“, sagt Frost. Ab 1,1 Promille entfalle die Ersatzpflicht. 

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