Seit 2013 werden nach und nach pflegeintensive Beete und Grünflächen umstrukturiert

Von Rosenbeeten zu Rasenstreifen: Umgestaltung in Baunatal sorgt für Kritik

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Diese Rosen kommen weg: Ronald Schröder aus Baunatal wundert sich über den radikalen Rückschnitt der Rosen an der Theodor-Heuss-Allee. Die Stadt löst den Kahlschlag auf – die Beete werden zu Rasenflächen umstrukturiert.

Baunatal. Anwohner Ronald Schröder ärgert sich über die Umgestaltung des Grünstreifens an der Theodor-Heuss-Allee in Baunatal. 

Ronald Schröder aus Baunatal ist verwundert. Er wohnt in der Nähe der Theodor-Heuss-Allee, an der es eine intensive Straßenbegrünung mit Rosen und Bäumen gibt. Doch vor Kurzen wurden einige der Rosenstöcke radikal abgesägt. Die Triebe ragen nur noch wenige Zentimeter aus der Erde und die Schnittstellen sehen aus wie abgerissen.

„Ich bin kein Gärtner, ich weiß nicht, ob das so richtig ist“, sagt Schröder und zweifelt an dem Sinn des Kahlschlags. Für ihn mache es nicht den Eindruck, als ob es gewollt ist, dass die Pflanzen wieder austreiben. Er fragt sich, ob die Rosen entfernt werden und durch Rasenfläche ersetzt werden sollen.

Rasen wird gesät

Die Stadt Baunatal bestätigt die Vermutung Schröders zu den Rosenbeeten. An der Theodor-Heuss-Allee sollen einige Beete tatsächlich durch Rasenflächen ausgetauscht werden. Für das Frühjahr ist geplant, Rasen auszusäen. Das ist Teil eines neuen Grünpflegekonzeptes. Seit 2013 werden in allen Stadtteilen nach und nach pflegeintensive Rabatten, Beete und Grünflächen umstrukturiert.

Die Pressestelle der Stadt sagt dazu, dass den Bürgern in allen Stadtteilen das Konzept vorgestellt werde. In Altenbauna sei dies bereits geschehen. Ziel des Konzeptes sei es, den Pflegeaufwand zu reduzieren. In den vergangenen Jahren sei die Menge der zu pflegenden Flächen in Baunatal um 30 Prozent auf 135 000 Quadratmeter gewachsen. Mitarbeiter des Baubetriebshofes müssen diese Flächen mähen, schneiden und von Wildwuchs befreien.

„Ich verstehe, dass Rasen weniger Arbeit macht und damit weniger Geld kostet“, sagt Ronald Schröder und zeigt damit Verständnis. „Aber wie passt das zusammen, dass die Stadt Tütchen mit Blumensamen verteilt?“, fragt der pensionierte Lehrer.

Immer mehr Blühstreifen

Die Stadt Baunatal legte in den vergangenen Jahren immer mehr Blühstreifen an. In diesen Tagen startete sie sogar eine Aktion, bei der sie 5000 Tütchen mit Blumensamen an Interessierte verschenkt. Die Blühstreifen sollen Lebensraum für Bienen schaffen und die Stadt bunter machen.

Vor diesem Hintergrund wundert sich Schröder auch über das regelmäßige Mähen der Wiesenfläche am Leiselsee. „Auf den Wiesenflächen wachsen Wildkräuter, die regelmäßig abgemäht werden“, berichtet der 68-Jährige. „Wäre es nicht sinnvoller, sie wachsen zu lassen?“

Auch hier hat die Pressestelle der Stadt eine Erklärung: Es handele sich um notwendige, turnusmäßige Pflegearbeiten. Ob die Mäharbeiten im Widerspruch zu der Blühstreifenaktion steht, dazu äußerte sich die Stadt nicht.

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