Falko Rudolph war Chef der Motorenentwicklung

VW-Skandal erreicht Baunatal: Leiter zu Manipulationen befragt

Der VW-Abgas-Skandal reicht offensichtlich bis in die Spitze des Baunataler Werks. Nach HNA-Informationen wurde der Leiter des Werks, Falko Rudolph (50), zu dem Skandal befragt.

Denn der Maschinenbau-Diplomingenieur war von November 2006 bis 2010 Leiter der Entwicklung von Dieselmotoren bei Volkswagen. In dieser Zeit stellte VW die Diesel auf eine fortschrittlichere Technologie um. In diesen Jahren, so wird gemutmaßt, könnte auch die Elektronik eingebaut worden sein, mit der die Abgasmeldungen manipuliert wurden.

Ab 2010 war Rudolph Werkleiter in Salzgitter, 2014 kam er nach Baunatal. Befragt wurde Falko Rudolph von der US-Kanzlei Jones Day, die eigens der VW-Konzern zur internen Aufklärung der Vorfälle beauftragt hatte. Aus Konzernkreisen verlautete am Freitag, es würden alle Mitarbeiter befragt, die mit der Motorenentwicklung zu tun hätten.

Unterdessen machen in dem zweitgrößten deutschen VW-Standort mit rund 17.000 Mitarbeitern Gerüchte über drastische Sparschritte als Folge des Abgasskandals die Runde. So solle etwa Mehrarbeit zurückgefahren werden, wenn Aufträge ausblieben.

Artikel wurde aktualisiert um 16 Uhr

„Es gibt bisher keine Hinweise, dass Bestellungen rückläufig wären“, sagt Betriebsratschef Carsten Bätzold auf Anfrage. Im Gegenteil, in vielen Bereichen gebe es nach wie vor Mehrarbeit. Bätzold nennt als Beispiel die Lieferung von formgehärteten Teilen für die Produktion des Passats. „Dort haben wir in der Halle 2 jetzt Pflichtschichten sogar Samstag früh und Sonntagnacht.“

Auch VW-Sprecher Heiko Hillwig tritt auf die Bremse. Es gebe lediglich Überlegungen, wie man im Werk reagiere, wenn Aufträge zurückgehen würden. Außerdem gehe es darum, die Ziele des bereits laufenden Effizienzprogramms zu erreichen. Über beide Punkte wolle man die Belegschaft am Montag informieren.

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