2014 gab es 82 Vorfälle

VW-Werk in Baunatal: Zahl der Unfälle bleibt niedrig

Vorbildlich: Sicherheitsingenieur Jörg Ruppert (von links) und Werkleiter Falko Rudolph zeichneten die Abteilungen Aggregateaufbereitung, Strukturbau/Lackiererei/Schaltgabel sowie die Volkswagen Akademie für besonders gute Ergebnisse beim Thema Arbeitssicherheit aus.

Baunatal. Die Zahl der Arbeitsunfälle im VW-Werk Kassel in Baunatal hat sich auf einem geringen Niveau stabilisiert.

Im vergangenen Jahr hatten es das Gesundheitswesen und der Bereich Arbeitssicherheit mit insgesamt 82 Vorfällen mit verletzten Mitarbeitern zu tun - genau so viele wie im Jahr zuvor.

16.600 Frauen und Männer arbeiten im zweitgrößten deutschen Werk des Autokonzerns.

Keinen einzigen Unfall verzeichnete die Aggregateaufbereitung, die ihren Standort an der Lilienthalstraße in Kassel hat. Die Abteilung mit immerhin 288 Mitarbeitern war beim Thema Sicherheit Vorbild. Dafür wurde das Team um Andreas Kiekel jetzt von Werkleiter Falko Rudolph mit dem Arbeitssicherheitspokal 2014 ausgezeichnet. Der Pokal wird jährlich an die Abteilung mit über 200 Mitarbeitern verliehen, die in einem Jahr die wenigsten Arbeitsunfälle verzeichnet.

Ohne einen Unfall 2014: Die Aggregateaufbereitung an der Lilienthalstraße in Kassel, hier mit Timo Bartelmei (23, aus Kassel, links) und Michael Neumann (49, aus Großenritte).

Die Zahl der Unfälle im Baunataler Werk ist seit 2009 deutlichzurückgegangen. Gab es vor sechs Jahren noch 173 Verletzungen, waren es jetzt weniger als die Hälfte. 2010 waren es noch 119, im Jahr 2011 registrierte der Autobauer 106, und 2012 waren es 84. Rudolph forderte die Beschäftigten dazu auf, die Sicherheit im Werk weiter zu verbessern. „Jeder muss sein Umfeld kritisch durchforsten“, sagte er. „Es ist kein Freizeitpark, es ist kein Erholungszentrum, es ist ein Industriebetrieb mit schweren Maschinen“, so der Werkschef.

Im Blick haben Sicherheitsingenieur Jörg Ruppert und seine Mitarbeiter derzeit die über 1200 Gabelstapler, die im Werk und im benachbarten Original-Teile-Center (OTC) unterwegs sind. Viele Arbeitsabläufe sind ohne die flinken Elektrokarren gar nicht mehr denkbar.

Doch die unzähligen Fahrten durch die Gänge bergen auch ein Sicherheitsrisiko: Durch die Hubvorrichtung sei das Sichtfeld des Fahrers erheblich eingeschränkt, erläutert Ruppert. Manchmal könne dieser Personen, die zu Fuß auf den Gängen laufen, einfach nicht erkennen. „Dadurch passieren quasi sehr viele Verkehrsunfälle“, so der Sicherheitsingenieur.

In der Halle 2 setzen die Experten deshalb testweise Stapler mit so genanntem „Blue Spot“ (Blauer Punkt) ein. Ein blaues Licht huscht einige Meter vor dem Stapler als Leuchtsignal über den Boden und warnt die Kollegen.

Laut Ruppert kommt es im VW-Werk im Jahr zu rund 1000 Zwischenfällen mit Gabelstaplern, „wenn beispielsweise Dinge einfach runterfallen“. Glücklicherweise gehe die Sache aber in den meisten Fällen ohne Personenschaden aus.

„Wir haben uns am Standort gut entwickelt“, sagt Mario Reuting vom VW-Betriebsrat. Es gehe in erster Linie darum, die Kollegen für mögliche Unfallgefahren zu sensibilisieren.

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