Forderungen nach 5,5 Prozent

VW-Werk in Baunatal: Beschäftigte wollen mehr Lohn

Forderungen mit Nachdruck: Zahlreiche VW-Beschäftigte nahmen an der Kundgebung der IG Metall vor dem VW-Haupttor teil. Sie fordern für den neuen Haustarifvertrag unter anderem 5,5 Prozent mehr Lohn. Fotos: Kühling

Baunatal. Rund 4000 VW-Mitarbeiter haben am Dienstag ein Zeichen für die laufenden Tarifverhandlungen bei Volkswagen teilgenommen.

Vor dem Haupttor des VW-Werkes Kassel in Baunatal untermauerten sie bei einer Kundgebung lautstark ihre Forderungen nach 5,5 Prozent mehr Lohn.

Die Arbeitgeberseite hat bislang ein Angebot über 2,2 Prozent präsentiert. Aufgerufen zu der Veranstaltung hatte die IG Metall Nordhessen.

„Es ist eure Arbeit, die Volkswagen so erfolgreich macht“, sagte Betriebsratsvorsitzender Carsten Bätzold mit Hinweis auf zehn Millionen verkaufte Autos im Jahr 2014 und 9,4 Milliarden Gewinn in den ersten neun Monaten 2014. Zusätzlich zu einem Lohnplus von 5,5 Prozent forderte Bätzold den Konzern auf, 2015 weitere Leiharbeiter in den Haustarifvertrag zu übernehmen.

Für über 450 Leiharbeiter endeten in diesem Jahr die Verträge, erläuterte der Betriebsratschef. Diese müssten eingestellt und darüber hinaus alle anderen Verträge von Leiharbeitern verlängert werden. „Der Anteil der Leiharbeitsverträge ist bei VW in Kassel immer noch zu groß“, sagte er. Aktuell gibt es noch rund 1250 Beschäftigte der Zeitarbeitsfirma Autovision am nordhessischen VW-Standort. „Ich fordere Volkswagen auf, schaffen Sie für diese Menschen eine Perspektive.“

Kämpferisch: Den rund 4000 Beschäftigten präsentierten sich von links Gebärdendolmetscherin Nora Leukefeld, Rainer Poppe vom Daimler-Achswerk, VW-Betriebsratschef Carsten Bätzold, IG-Metall-Bevollmächtigter Oliver Dietzel und Vertrauenskörper-Leiter Thomas Freiberg.

Die Gewerkschaft handelt mit Volkswagen wie gewohnt einen Haustarifvertrag aus. Oft orientiert sich dieser am Flächentarifvertrag für die Metall-Branche. Auch dort fordern die Arbeitnehmer 5,5 Prozent mehr Lohn, ebenso liegt ein Angebot von den Arbeitgebern von 2,2 Prozent auf dem Tisch. Während bei den Tarifverhandlungen mit VW noch eine Friedenspflicht gilt, hat in der Fläche der Arbeitskampf bereits begonnen. Laut IG-Metall-Bevollmächtigtem Oliver Dietzel haben bereits 610.000 Kollegen an Warnstreiks teilgenommen. Entweder legten die Arbeitgeber für Anfang dieser Woche ein Angebot vor, sagte er, „oder die IG Metall wird sich intensiv mit dem Thema Arbeitskampf auseinandersetzen“.

„Viel Kraft und Hartnäckigkeit“ bei den Tarifverhandlungen wünschte Betriebsratskollege Rainer Poppe vom Mercedes-Achswerk in Kassel. Und Carolin Geist von der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) bei VW setzte sich dafür ein, dass Volkswagen künftig jedes Jahr fest 1400 Ausbildungsstellen besetzt.

Gewerkschaft und Betriebsrat hoffen nun darauf, dass der Arbeitgeber zum nächsten Verhandlungstermin Anfang März ein besseres Angebot vorlegt.

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