Nach dem Abgasskandal

VW-Werk in Baunatal: Bangen um den Bonus

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Volkswagen in der Krise: Viele Beschäftigte fragen sich, ob der Rotstift beim Bonus angesetzt wird. 

Baunatal. Im vergangenen Jahr floss ein Bonus von jeweils 6200 Euro brutto zusätzlich auf das Konto eines jeden nach Tarif bezahlten VW-Mitarbeiters. Im Jahr davor lag dieser sogar bei 7200 Euro.

Doch wie fällt der Geldsegen in diesem Jahr aus? Nach dem Abgasskandal! Wird der Bonus gekappt oder gar ganz gestrichen? Diese Fragen kreisen unaufhörlich durch das VW-Werk Kassel in Baunatal.

Eine grundsätzliche Antwort gab Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh bei der Betriebsversammlung in Wolfsburg. Der Abgasskandal werde Auswirkungen auf das Ergebnis der Hauptmarke VW haben, sagte er. Dies werde auch einen Einfluss auf den Bonus für Mitarbeiter haben.

Genaue Zahlen nannten Osterloh und die Konzernspitze um den neuen Vorstandschef Matthias Müller freilich noch nicht. Osterloh forderte allerdings für den Fall, dass die Zusatzzahlungen dem Rotstift zum Opfer fallen sollten: „Wir werden genau hinschauen, wie der Bonus für den Vorstand aussehen soll.“

Die Summe bekommen die Beschäftigten in zwei Raten im Mai und November ausgezahlt. Verkündet wird die Höhe des Bonus meist im Februar. Die Finanzspritze gilt bei den VWlern als Ersatz für Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Der Betrag muss voll versteuert werden. Alle Mitarbeiter erhalten den gleichen Bonus. Führungskräfte - etwa Unterabteilungsleiter und Abteilungsleiter - bekommen prozentual mehr.

„Viele rechnen fest mit dem Geld“, sagt ein Mitarbeiter im Gespräch mit der HNA „Viele nutzen den Bonus für das Abzahlen eines Hauses oder für Reisen.“ Ähnliche Anmerkungen sind von zahlreichen Beschäftigten hinter vorgehaltener Hand zu hören. VW-Sprecher Heiko Hillwig und Baunatals Betriebsratschef Carsten Bätzold hatten ebenfalls Anfang der Wochen davon berichtet, dass immer wieder Fragen der Beschäftigten zum Bonus in den derzeit laufenden dezentralen Betriebsversammlungen im Baunataler Werk kämen.

Betriebsrat Osterloh versuchte bei der Versammlung in Wolfsburg vor 20 000 Beschäftigten Ängste zu nehmen. Klar sei, dass die Beschäftigten nicht die Zeche für das Fehlverhalten einer Gruppe von Managern zahlen werden.

Diskutiert wird bei VW derzeit auch, ob die Umrüstung der vom Diesel-Skandal betroffenen Pkw ab 2016 nicht auch in „Werkstätten auf Zeit“ stattfinden könnten. Bietet sich das Gelände des Baunataler VW-Werks dazu an? „Dafür ist das Händlernetz richtig“, sagt Sprecher Heiko Hillwig. „Die Werkstätten sind zuständig. Die betroffenen Kunden werden angeschrieben.“

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