E-Antriebe wichtig für Standort

VW-Werk in Baunatal baut erstmalig vier Millionen Getriebe

Rekord geknackt: Die Mitarbeiter – einschließlich Werkleiter Falko Rudolph (Mitte) – stehen hinter dem viermillionsten Getriebe, einem DQ400e. Das wird in einen Golf GTE eingebaut, der einen Benzinmotor und einen Elektromotor unter der Haube hat. Fotos: Kühling

Baunatal. Rekordmarke geknackt: Erstmalig wurden im VW-Werk Kassel in Baunatal in einem Jahr vier Millionen Getriebe gebaut.

Diese Zahl verkündete Werkleiter Falko Rudolph am Montag in der modernen Halle 6, in der auch die E-Antriebe von VW sowie die dazugehörigen Getriebe DQ400e gefertigt werden.

Erst im Jahr 2010 war am nordhessischen Standort mit heute 16.600 Beschäftigten die Grenze von drei Millionen Getrieben überschritten worden.

Das Werkmanagement hatte die Halle 6 bewusst zur Verkündung der Rekordzahl gewählt. In der Produktion der Elektroantriebe liege die Zukunft des Werkes, sagte Rudolph. Vor zehn Jahren seien die ersten Direktschaltgetriebe (DSG) gefertigt worden. Inzwischen seien die Hälfte aller in Baunatal gebauten Getriebe DSG. Genauso sei das jetzt mit den E-Antrieben. „In zehn Jahren ist das Standard.“

Mehr Infos zum VW-Werk Baunatal gibt es im Regiowiki.

In der Tat blickt das Werkmanagement derzeit ganz intensiv auf die Produktion der Elektromotoren für den E-Golf, den E-Up, den Plug-In-Hybrid GTE sowie den Audi A 3 e-tron und demnächst auch den Passat GTE. Die Anfangsphase mit 80 gefertigten Motoren pro Tag ist vorbei. In Kürze werde die Produktion auf 120 bis 150 Antriebe täglich hochgefahren, so der Werkleiter im Gespräch mit der HNA. „Und wir werden noch mehr produzieren.“

An diesen Aussagen ist abzulesen, dass die Nachfrage nach der umweltschonenden Antriebstechnik steigt. Genaue Zahlen über den Absatz der E-Modelle nennt Volkswagen allerdings nicht.

Das Baunataler Werk ist im Konzern bereits Leitwerk für den Getriebebau. Das will Rudolph nun auch für das Produkt Elektroantrieb erreichen. Das würde bedeuten, dass auch in Zukunft die E-Motoren in Nordhessen maßgeblich mitentwickelt werden, sagte er. Als Leitwerk stehe man in der Pflicht, die Produktionsprozesse weltweit auf andere Standorte übertragen zu können. „Dass wir das können, haben wir schon im Getriebebau bewiesen.“

Unterstützt wird das Management auf diesem Weg vom Betriebsrat. „Damit sichern wir Beschäftigung“, sagte stellvertretende Vorsitzende Ulrike Jakob. In der neu gestalteten Halle 6 entstünden bis Ende 2015 insgesamt 800 Arbeitsplätze.

Und wann wird ein E-Antrieb für Volkswagen zusätzlich in China gebaut? „Das ist nur eine Frage der Zeit“, so Rudolph. In Baunatal werde es keine Exklusivität in alle Ewigkeit geben. „Bei uns bleibt aber das Know-How.“

Von Sven Kühling

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