Werk in Dresden steigert Produktion beim E-Golf

VW-Werk in Baunatal liefert mehr E-Motoren

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Auch die Autohändler stellen sich auf eine gesteigerte Nachfrage nach Elektroautos ein: Hier zeigt Steffen Ullmann vom Autohaus Klein den Einsatz eines Tablets an einem Hybrid Golf GTE.

Baunatal/Dresden. Die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland steigt nur langsam. Aber sie steigt. Das hat auch Folgen für das VW-Werk Kassel in Baunatal.

Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden, wo der E-Golf gefertigt wird, hat die Kapazität in der Produktion jetzt verdoppelt. Das hat auch Auswirkungen auf das VW-Werk Kassel in Baunatal. Hier wird nämlich der Antrieb für das Auto gebaut.

In Dreseden liefen ab sofort täglich 72 E-Golf statt nur 36 vom Band, heißt es in einer Pressemitteilung des Autokonzerns. Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, sei die Produktion von einer auf zwei Schichten ausgeweitet worden. Produziert werde jetzt von 6 bis 22 Uhr.

Im August 2017 lieferte Baunatal täglich 90 reine E-Maschinen an die Werke in Dresden und Wolfsburg für den Golf und nach Bratislava für den Up aus. Heute sind es laut Werksprecher Heiko Hillwig 130 pro Tag. Diese Kapazität reiche aber für die Aufstockung der Produktion in Dresden von bisher 36 Fahrzeugen auf 72 aus, so Hillwig. Der Sprecher räumt ferner ein, dass bei weiterer Steigerung der Nachfrage die Kapazität in Baunatal noch ausgeweitet werden könnte.

„Mit der Verdopplung der Produktion gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt für Dresden und das Autoland Sachsen“, betonte Prof. Dr. Siegfried Fiebig, Sprecher der Geschäftsführung von Volkswagen Sachsen: „Wir bereiten so auch die Elektro-Offensive der Marke Volkswagen vor, die ab 2020 mit den ersten Fahrzeugen auf der Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens (MEB) in Zwickau gezündet wird.“

Auch die Händler in der Region stellen sich zunehmend auf den Verkauf und die Wartung von Elektroautos ein. Wegen der staatlichen Förderung durch Umwelt- und Elektroprämie hat es laut Jens-Uwe Klein vom Ihringshäuser Autohaus Klein jüngst einen richtigen Schub bei der Kundennachfrage gegeben. „Wir haben für den Elektro-Golf jetzt schon Lieferzeiten bis Mai, Juni“, sagte er kürzlich.

Ingo Flaßpöhler vom Autohaus Glinicke in Baunatal sagte: „Früher waren es Benziner und Diesel, heute sind es Elektroautos und Hybrid-Fahrzeuge.“ Er gehe davon aus, dass ab 2020 rund 30 Prozent der Neuzulassungen in den Bereich E-Antrieb fallen werden.

Das Werk Kassel in Baunatal bereitet sich bereits auf den Bau der nächsten Generation von Elektroautos vor. Ab Ende 2019 soll in der Halle 1 der Fabrik der sogenannte Modulare Elektrifizierungsbaukasten (MEB) für die Modelle der I.D.-Familie produziert werden. Damit entsteht die Plattform für die neue Generation von Elektroautos von Volkswagen in Nordhessen. Beliefert werden die Märkte Europa und Südamerika. Die Entwicklung neuer E-Antriebe bleibt ebenfalls in Baunatal. Die Hälfte der E-Motoren-Fertigung soll allerdings nach Salzgitter abgegeben werden. Der dazu Ende des Jahres 2016 gefasste Beschluss ist Teil des sogenannten Zukunftspaktes bei VW.

Diese Woche hatte Volkswagen vor allem mit einer Prämie von 4100 Euro an alle Mitarbeiter Schlagzeilen gemacht. Einige Mitarbeiter im Baunataler Werk fühlen sich dennoch vom Management abgespeist.

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