Vorstand aus Wolfsburg zu Besuch in Baunatal

Neuer Produktionsbereich: VW-Werk Kassel baut bald Ersatzteile selbst

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Konzentriert: Werkleiter Thorsten Jablonski (von links), Markenvorstand Dr. Herbert Diess, Komponenten-Vorstand Thomas Schmall, Leiter Getriebebau Hans-Josef Watermeier und Personalvorstand Dr. Karlheinz Blessing erhielten einen Einblick durch Teamsprecher Enzo Wetzel.  

Baunatal. Das VW-Werk Kassel in Baunatal hat 2016 seine Produktivität um 7,5 Prozent gesteigert. In diesem Jahr wird die gleiche Marke angepeilt.

Die Verantwortlichen im Baunataler Werk präsentierten am Mittwoch dem Vorstand der Marke Volkswagen beim Standortsymposium nicht nur diese Zahlen, sondern an 41 Ständen auch jede Menge Zukunftstechnologie – vom Karosseriebau fürs Ersatzteilgeschäft bis zur Fertigung von Elektromotoren der nächsten Generation.

„Wir haben den Nerv getroffen“, sagte Werkleiter Thorsten Jablonski als Fazit des dreistündigen Rundgangs mit dem VW-Vorstand. Vorstandschef Dr. Herbert Diess habe das Werk gelobt. Diess habe gesagt, dass er froh sei, dass es den Standort gebe, berichtete Jablonski sichtlich gut gelaunt.

Original-Teile-Fabrik

Die Baunataler Mannschaft will in einer neuen Original-Teile-Fabrik künftig Karosserieteile nur für das Ersatzteilegeschäft von VW fertigen. Sprich: Kotflügel, Heckklappen und Türen werden in der Halle 2 in Baunatal produziert und dann über wenige Meter ans benachbarte Original Teile Center geliefert. Das Geld, das bisher für den aufwändigen Transport der Teile verwendet wird, könne man dann für die Produktion einsetzen, erläuterte Jablonski das in Baunatal entwickelte Geschäftsmodell. 200 Menschen sollen ab Mitte 2018 in dem neuen Produktionsbereich arbeiten.

Neuer E-Motor

Der neue Elektromotor von Volkswagen, der in Baunatal entwickelt wurde, ist in der Produktion nur noch halb so teuer wie die bisherigen Antriebe. Diese Vorgabe sei erreicht worden und das habe man dem Vorstand auch so präsentiert, sagte Jablonski. „Die Kosten beim E-Antrieb werden mehr als halbiert.“

Der Motor soll die nächste Generation der E-Fahrzeuge von Volkswagen antreiben, etwa den I.D. und den I.D. Buzz.

Die Motoren werden ab 2019 dann übrigens nicht mehr allein in Baunatal gefertigt. Rotor und Stator für den Antrieb kommen dann aus Salzgitter. Laut Jablonski wird das niedersächsische Werk ab 2018 mit in die Produktion eingebunden.

Getriebebau

Auch in den Getriebebau, das größte Produktionsfeld in Baunatal, blickten die Gäste aus Wolfsburg. Die Bestellungen für das Doppelkupplungsgetriebe DQ 500 beispielsweise sei gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent gestiegen, so der Werkleiter. Die Modelle VW Tiguan, Seat Ateca und Skoda Kodiaq statte man jetzt auch damit aus.

Karosseriebau

Eine besondere Produktivitätssteigerung sei im Karosseriebau erreicht worden. Teilweise produziere man in der Warmumformung jetzt doppelt so viele Teile mit der gleichen Anzahl an Menschen, so Jablonski. „Das ist schon genial.“

Laut Pressemitteilung von VW war Vorstandschef Diess sehr zufrieden: „Es ist schon beeindruckend, wie sich der Standort Kassel innerhalb der letzten zwei Jahre positiv gewandelt hat.“ 

Auf unserer Übersichtsseite finden Sie alle Informationen und Nachrichten zum VW Werk Kassel in Baunatal.

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