Investitionen für fünf Jahre: Wolfsburg entscheidet

VW-Werk Kassel bekommt 1,5 Milliarden für neue Produktionslinien

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Ab Ende 2019 soll hier die Plattform MEB für alle Elektroautos von VW gebaut werden.

Kassel/Baunatal. Im VW-Werk Kassel in Baunatal sollen in den nächsten fünf Jahren bis zu 1,5 Milliarden Euro investiert werden.

Das Geld soll vorrangig in den Aufbau neuer Produktionslinien für Elektromotoren und Teile für E-Autos der neuen Generation ausgegeben werden.

Das letzte Wort hat am Freitag der VW-Aufsichtsrat in Wolfsburg. Das höchste Konzerngremium entscheidet in seiner so genannten Planungsrunde über die Vergabe des Geldes an die deutschen Werke für die nächsten fünf Jahre. Werkleitung und Betriebsrat in Baunatal rechnen mit einer positiven Weichenstellung für den nordhessischen Standort.

„Baunatal bleibt Leitwerk für die E-Mobilität“, sagte Werkleiter Thorsten Jablonski im Gespräch mit der HNA. Wie geplant solle ab Ende 2019 die Produktion für die Plattform MEB der neuen Generation von Elektrofahrzeugen starten. „Wir bauen den MEB für Europa und Südamerika.“ Darüberhinaus habe der Standort in der vergangenen Woche den Zuschlag für den Bau der Elektromotoren für die künftigen Modelle mit Vierradantrieb bekommen. Er gehe davon aus, so Jablonski, dass der Aufsichtsrat also keine Einschnitte für das Werk Kassel beschließen werde.

Er leitet das Werk Kassel in Baunatal: Thorsten Jablonski.

Ähnlich sieht das auch stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ulrike Jakob, die seit diesem Jahr mit im Aufsichtsrat in Wolfsburg sitzt. Auch sie gehe von keinen Umverteilungen zum Nachteil des Baunataler Werks aus, sagt sie. „Da bin ich guter Hoffnung.“ Alle für Kassel geplanten Investitionen – etwa die Fertigung des Modularen Elektrifizierungs-Baukastens (MEB) – würden so umgesetzt, „wie sie in der Pipeline sind“.

Es gebe keine Hinweise auf eine andere Entscheidung, so Jakob. Die Edermünderin räumt allerdings ein, dass sich die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat aber auch solidarisch zeigen werde mit den anderen VW-Standorten und sich über diese Gedanken machen müsse. Sollte das doch bedeuten, dass besser ausgelastete Werke – wie Kassel – Produktionszweige und damit Arbeit an schwächere Standorte abgeben müssen? Probleme gibt es nach Informationen der HNA etwa in Emden, Braunschweig und Osnabrück.

Sie ist stellvertretende Betriebsratsvorsitzende: Ulrike Jakob

Kooperation mit Salzgitter

Erste Erfahrungen hat das Baunataler Werk bereits gemacht. Zumindest Teile der Produktion für die Elektromotoren werden nach einer Entscheidung im vergangenen Jahr jetzt gerade nach Salzgitter verlagert. Rotor und Stator – also das Innenleben der neuen E-Motoren – sollen künftig in Salzgitter gefertigt werden. Und: Als Unterstützung für das Werk Braunschweig hat Kassel im Sommer 28 fertige Azubis von dem niedersächsischen Standort übernommen.

Sorgen bereitet das Werkleiter Jablonski jedenfalls nicht. Bei einer Veranstaltung des Baunataler Geschichtsvereins zur Vertragsunterzeichnung zwischen Volkswagen und Henschel zum Bau des Werkes bei Altenbauna vor 60 Jahren zeigte er sich zuversichtlich. „Wir stehen aktuell gut da. Wir haben eine gute Auslastung. Das wird auch in den nächsten Jahren nicht weniger.“

Unterdessen geht VW auf den rasant wachsenden Markt fürE-Autos im fernen China ein.  10 Milliarden Euro sollen dort innerhalb der nächsten sieben Jahren investiert werden.

Geschichte in Bildern: VW in Baunatal gibt es seit 60 Jahren

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