Mehrbelastung durch Minustemperaturen

Kälte kostet VW Werk viel Geld - Heizkosten von bis zu 40.000 Euro täglich

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Liefert Heizungswärme: Das eigene Kraftwerk von VW wurde 2012 umfassend modernisiert.

Baunatal. Zum Wochenende hin soll es richtig kalt werden in Nordhessen. Damit steigt auch der Energiebedarf im VW-Werk Kassel in Baunatal drastisch an.

An einem Durchschnittstag mit neun Grad Celsius besteht ein Wärmebedarf in der Fabrik plus Fernwärme für die Stadt Baunatal von 60 Megawatt. An einem Tag etwa mit minus acht Grad – so wie für Freitag vorausgesagt – rechnet das VW-Kraftwerk in Baunatal mit einem Wert von 145 Megawatt.

Während an einem normalen Tag die Wärmeversorgung über die moderne Gas-Dampfturbinenanlage durch das Verbrennen von Erdgas sichergestellt werde, müssten an solch kalten Tagen zusätzlich Heißwasserkessel angefahren werden, erläutert Kraftwerkchef Matthias Barkowski auf Anfrage.

Eins steht fest: Minusgrade bescheren dem VW-Werk in Baunatal hohe Kosten. Fällt die Temperatur beispielsweise von null auf minus zehn Grad, muss der Konzern pro Tag rund 40.000 Euro mehr für Heizungswärme aufbringen. Diese von dem Kraftwerk genannte Zahl der täglichen Mehrbelastung ist allerdings schon einige Jahre alt, einen aktuellen Wert wollte Kraftwerkchef Barkowski nicht nennen.

Bei zwölf, 13 Grad minus werden laut VW rund 28 000 Kubikmeter Gas pro Tag für die Heizung benötigt, bei null Grad sind es lediglich 17 000 Kubikmeter.

Mittlerweile kann die VW-eigene Kraftwerk GmbH die für das Werk benötigte Energie (Strom und Wärme) selbst erzeugen. Der Kraftwerk-Standort in Baunatal schafft etwa 75 Prozent des Energiebedarfs des hiesigen Werks mit rund 17.000 Mitarbeitern. 25 Prozent müssen aus dem so genannten Bilanzkreis entnommen werden, in den unter anderem das größte VW-Kraftwerk in Wolfsburg einspeist. Bis 2012 bediente sich VW in Baunatal bei Bedarf auch der Fernwärme des Kasseler Kraftwerkes an der Dennhäuser Straße. Doch nach einer umfassenden Modernisierung der Technik in Baunatal ist das nicht mehr nötig. Rund 75 Millionen Euro wurden unter anderem in eine neue Gas-Dampfturbine investiert.

Die riesige Anlage aus Rohren und Turbinen versorgt sämtliche Produktionshallen sowie das benachbarte Original-Teile-Center mit Strom und Wärme. 876.000 Megawattstunden elektrische Energie werden jährlich für den Betrieb der Maschinen vom Getriebebau über die Abgasanlagenfertigung bis zur Warmumformung benötigt. Damit könnte man knapp 200.000 Vier-Personen-Haushalte versorgen, erläuterte Kraftwerkchef Matthias Barkowski kürzlich im Gespräch mit der HNA.

Laut Werksprecher Heiko Hillwig ist die Produktion im Getriebebau, der Gießerei und der Abgasanlagenfertigung nach den arbeitsfreien Tagen rund um Weihnachten und Silvester seit 2. Januar wieder angelaufen. In der zweiten Kalenderwoche seien alle Fertigungen wieder voll am Netz, sagt er. Im Konzernbereich „After Sales“, der für die weltweite Versorgung von Ersatzteilen zuständig ist, sei der Betrieb weiter gelaufen.

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