Der 49-Jährige geht nach Wolfsburg

VW-Werkleiter Thorsten Jablonski verlässt Baunatal

+
Wird den VW-Standort in Baunatal verlassen: Werkleiter Thorsten Jablonski. Das Foto stammt aus dem November 2016.

Baunatal. Das VW-Werk Kassel bekommt einen neuen Werkleiter. Noch ist der Zeitpunkt des Wechsels nicht klar, fest steht aber, dass Thorsten Jablonski den Standort Baunatal verlässt.

Der 49-Jährige wird künftig eine gewichtigere Rolle im Wolfsburger Konzern spielen. Dort soll der studierte Maschinenbauer das Geschäftsfeld „Getriebe und E-Antrieb“ im neuen Konzernbereich Komponente unter Vorstand Thomas Schmall leiten. Zu den Komponenten zählt man unter anderem Getriebe, E-Antrieb, Motoren, Abgasanlagen, kurzum alles Teile des Gesamtproduktes Auto.

Die Neuausrichtung der Komponenten-Aktivitäten ist eine wesentliche Säule des Zukunftsprogramms Strategie 2025 des VW-Konzerns. In der neuen Geschäftseinheit „Konzern Komponente“ werden diese Aktivitäten künftig unternehmensweit gebündelt und noch effizienter ausgerichtet. Interne Kompetenzen sollen gezielt gestärkt und der Wandel zur E-Mobilität konzernweit vorangetrieben werden – so will es der Wolfsburger Autobauer. Um diese Ziele zu erreichen, werden die Geschäftsfelder der Komponente gestärkt und neu strukturiert; die Leitung dieser Geschäftsfelder erfolgt künftig zentral und standortunabhängig.

Standorte weltweit steuern und strategisch ausrichten

Die markenübergreifenden Geschäftsfeldchefs – wie demnächst Jabblonski – sollen die Standorte weltweit steuern und strategisch ausrichten. Volkswagen verspricht sich davon, dass eine frühe Verzahnung von Entwicklung, Beschaffung und Produktionsplanung in jedem Geschäftsfeld die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Komponenten stärken wird.

Im Porträt: VW-Werkleiter Jablonski hat nicht nur ein Gedächtnis für Zahlen

Die Werkleiter sollen sich nach wie vor in den Gesamtstrategieprozess der Geschäftseinheit „Konzern Komponente“ einbringen und sind für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der Standorte wie etwa in Baunatal verantwortlich.

Das Werk Kassel in Baunatal ist das zweitgrößte Werk in Deutschland und der größte Komponentenstandort des Autobauers. Über alle Geschäftsbereiche arbeiten am Standort 17.100 Mitarbeiter.

Jablonski schon länger im Fokus

Schon länger hatte sich angedeutet, dass die Wolfsburger Jablonski für höhere Aufgaben im Blick haben. Im Mai lobte Schmall den Kasseler Standort im Rahmen eines Werkssymposiums dafür, dass er für die „Herausforderungen in der Produktion sehr gut aufgestellt“ sei und „einen erheblichen Beitrag zur umfassendsten Elektrifizierungsoffensive“ im Konzern beitrage. Kassel ist Leitwerk für E-Antriebe der Marke VW. Und: Der Getriebebau zeichne sich durch „steigende Produktivität, wachsendem Umsatz und verbesserte Fertigungsprozesse“ aus.

Am Dienstag wollte sich der Betriebsrat des VW-Werkes Kassel, Carsten Bätzold, nicht zu den Personalien äußern. Wichtig sei, dass der künftige Werkleiter zur Mannschaft am Standort und zur Region passe. „Wenn Jablonski wechselt, verliert der Standort einen Werkleiter, der sich für die Region stark gemacht hat und sicherlich das Werk im Herzen zu seiner neuen Aufgabe mitnehmen wird“, sagt Bätzold. Mehr wollte der Kasseler Betriebsratchef nicht sagen.

Seit 2016 Werkleiter in Baunatal  

Jablonski, verheiratet und Vater dreier Kinder, leitet seit dem 11. Januar 2016 den Standort. Er trat seinen Posten an, als sein Vorgänger Falko Rudolph im Rahmen der Abgasaffäre im Oktober 2015 den Chefsessel räumen musste.

1994 stieg Ingenieur Jablonski als Volontär beim Autobauer ein. Ab 1996 baute er in Braunschweig den Entwicklungsbereich mit auf. Von 1998 bis 2001 war er zweieinhalb Jahre als Referent des Betriebsrats tätig, den er in technischen und wirtschaftlichen Fragen beriet. Sein Schwerpunkt wurde danach die Lenkungsentwicklung und -fertigung. In diesem Bereich stellte er ab 2001 die Weichen für innovative Lenksysteme.

Im Juni 2012 wurde er Werkleiter in Braunschweig und leitete für zweieinhalb Jahre zusätzlich die gesamte Komponentenentwicklung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.