Umbau der Ausbildung im Baunataler VW-Werk

VW will Azubis zur Uni schicken

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Sie haben ihre Berufsausbildung bei VW erfolgreich abgeschlossen: 101 Absolventen aus der VW-Akademie wechseln jetzt auf feste Arbeitsplätze in verschiedenen Bereichen des Baunataler VW-Werkes. 

Baunatal. Volkswagen braucht für die Entwicklung in Zukunftsfeldern wie E-Mobilität und Digitalisierung mehr Hochschulabsolventen.

Deshalb verhandelt das Personalwesen im Baunataler VW-Werk derzeit mit dem Betriebsrat über einen Umbau der Ausbildung am Standort. Ziel sei es, mehr Auszubildende im Anschluss an die Lehre in ein Studium zu bringen, erläutert die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ulrike Jakob auf Anfrage der HNA.

Die Zahl der herkömmlichen Ausbildungsplätze würde sich entsprechend der zusätzlichen Studienplätze, die in ein festes Programm von VW mit Praxisanteilen im Werk gegossen werden sollen, verringern. Aktuell beginnen jedes Jahr rund 200 junge Frauen und Männer eine herkömmliche Ausbildung in Baunatal – vom Zerspanungsmechaniker über den Gießereimechaniker bis zum Elektroniker für Automatisierungstechnik. Um wie viel Plätze es bei der Umstrukturierung genau geht und ab wann die Neuordnung greift, ist laut Betriebsrat noch offen. Die Verhandlungen liefen, heißt es.

Studium wird bezahlt

Ulrike Jakob

Dem Vernehmen nach geht es im Rahmen des VW-Sparprogrammes „Zukunftspakt“ bundesweit um 200 reguläre Ausbildungsplätze an den sechs inländischen Standorten, die für das Studien-Programm umgewandelt werden sollen. Das Studium, so ist zu hören, soll den jungen Leuten bezahlt werden. Im Gegenzug müssen sie sich verpflichten, nach der Ausbildung auch für den Autokonzern zu arbeiten.

Betriebsrätin Ulrike Jakob hält die Idee insgesamt für gut. „Wir wollen die Fabrik zukunftsfähig machen“, sagt sie. Man achte grundsätzlich darauf, dass nicht nur die Besten, die Elite in das neue Programm eingebunden werden. Die Studiengänge jedenfalls sollen passgenau auf die Zukunftsfelder im Automobilbau zugeschnitten sein.

Kombinierte Ausbildung ist bei VW bereits möglich

Schon jetzt bietet das VW-Werk in Baunatal eine Kombination aus Studium und Berufsausbildung an. Etwa 20 junge Frauen und Männer beginnen jedes Jahr ein „Studium im Praxisverbund“. Möglich ist beispielsweise das Studium des Maschinenbaus oder des Wirtschaftsingenieurwesens (Fachrichtung Maschinenbau) plus Ausbildung zum Industriemechaniker. Oder das Studium der Elektrotechnik plus Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik.

Dr. Michael Ritter, Personalchef im VW-Werk in Baunatal, sagt zu der Neuausrichtung: „Die Besetzung zukunftsfähiger neuer Aufgaben hat für uns eine immense Bedeutung. Daher haben wir im Zukunftspakt vereinbart einer Anzahl von Ausgebildeten weitere Qualifikationen für definierte Zukunftsberufe anzubieten.“

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