Umbau für 400 Millionen Euro

Hier spielt Kohle keine Rolle: VW-Werk bekommt umweltfreundlichere Energie

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Neueste Technik: Das VW-Kraftwerk in Baunatal wurde zwischen 2010 und 2012 für 75 Millionen Euro erneuert. Das Bild zeigt die neue Gasturbine während der Bauphase. Ähnliche Anlagen sollen jetzt auch in Wolfsburg eingebaut werden.

Baunatal. VW will in seinem Kraftwerk in Wolfsburg Strom künftig umweltfreundlicher produzieren. Auch das VW-Werk Kassel erhält Teile seiner Energie aus Wolfsburg und profitiert davon.

Dazu stellt die VW Kraftwerk GmbH die Technik bis spätestens 2022 von Kohle auf Gas um. Das kostet den Autokonzern nach eigenen Angaben 400 Millionen Euro.

75 Prozent des Strombedarfs für die hiesige Fabrik werden aus dem eigenen VW-Kraftwerk in Baunatal gedeckt. Nur rund 25 Prozent entnehme man dem sogenannten Bilanzkreis, in den auch das Kraftwerk in Wolfsburg einspeist, erläutert Abteilungsleiter Karl-Heinz Horchler auf Anfrage der HNA.

Das VW-Kraftwerk in Baunatal ist bereits auf dem neuesten Stand der Technik. Von 2010 bis 2012 wurde die riesige Anlage unweit der Autobahn 49 für 75 Millionen Euro modernisiert. „Wir haben schon das, was Wolfsburg jetzt anstrebt“, sagt Horchler.

Allerdings wurde im Kraftwerk in Baunatal noch nie Energie mit Kohle erzeugt, so wie das am Stammsitz bis heute der Fall ist. Laut Horchler gab es für mögliche Engpässe bei der Gaslieferung immer parallel einsatzbereite Öfen, die mit Öl befeuert werden können. „Zu 99 Prozent verwenden wir aber Gas. Das war schon immer so.“

Wahrzeichen in Wolfsburg: die Schornsteine des Kraftwerks am Mittellandkanal. Die Anlage im VW-Stammwerk soll für 400 Millionen Euro modernisiert werden.

Das Baunataler Kraftwerk ist das zweitgrößte im VW-Konzern. Rund 200.000 Vier-Personen-Haushalte könnte man über die Anlage mit Energie versorgen. Das Kraftwerk in Baunatal arbeitet wie ein eigenständiges Wirtschaftsunternehmen. 36 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Neben Strom wird dort auch Heizungswärme für das Werk produziert, die über Fernleitung auch in Gebäude der Stadt Baunatal geliefert wird. Angeschlossen sind Teile des Wohngebietes am Baunsberg sowie städtische Gebäude wie der Aqua-Park, das Rathaus und die Stadthalle. 

Von der Umstellung in Wolfsburg soll auch die Umwelt profitieren. Die CO2-Emissionen in der Strom- und Wärmeerzeugung reduziere man dauerhaft um rund 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr, heißt es.

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