Regelmäßige Beratung

Was mache ich, wenn mein Kind nicht schlafen will? Beratung für die Erziehung in Baunatal

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Jedes Gefühl ist berechtigt: Francisca Reguillo-Ickler (links) und Regina Schöner von der Familienberatung in Baunatal unterstützen Eltern bei Problemen innerhalb der Familie. Eine Beratungsmethode ist das Familienbrett mit Figuren. 

Baunatal. Wie lege ich Grenzen und Regeln fest? Wie verhalte ich mich, wenn mein Kind Wutanfälle hat? Und was mache ich, wenn es nicht richtig schlafen kann?

Häufig fühlen sich Eltern mit den alltäglichen Sorgen und Problemen innerhalb der Familie überfordert und allein. Francisca Reguillo-Ickler und Regina Schöner von der Familienberatung in Baunatal unterstützen Eltern in Sachen Erziehung und bieten kostenfreie Gesprächstermine im Vereinshaus Altenbauna an. Das pädagogische Angebot, das von den Baunataler Kindertagesstätten entwickelt wurde, besteht seit 2007.

Immer häufiger steigt bei Eltern der Druck, etwas falsch zu machen – etwas anders zu machen als der „normale“ Vater oder die „normale“ Mutter.

„Für die Lösung familiärer Probleme gibt es kein Patentrezept“, sagt Schöner. „Jedes Gefühl und jedes Bedürfnis hat erst einmal seine Berechtigung. Manchmal hilft es schon, die Sorge auszusprechen und sich diese zu erlauben, um den innerlichen Druck zu senken.“

Anliegen besprechen

Die zwei Erzieherinnen haben ein offenes Ohr für alle Eltern. Die Frage „Ist mein Problem schon schwerwiegend genug?“ sollte dabei keine Rolle spielen. „Wir freuen uns eher, wenn sich Eltern frühzeitig mit einer Frage zum Thema Erziehung an uns wenden. So muss eine bestimmte Situation gar nicht erst zum Problem werden“, sagt Reguillo-Ickler.

In einem Erstgespräch besprechen die Beraterinnen mit den Eltern deren Anliegen. „Wir geben keine Erziehungsmethoden vor, sondern sind die Wegweiser für eine selbst erarbeitete Lösung“, sagt Schöner. Manchmal benutzen die Erzieherinnen eine Art Familienbrett – dabei können Rollenverständnisse innerhalb der Familien anhand von Spielzeug-Tieren veranschaulicht werden.

Eltern lesen mehr Ratgeber

Der gesellschaftliche Druck hat sich laut Schöner und Reguillo-Ickler in den vergangenen Jahren erheblich erhöht. „Inzwischen lesen Eltern viel häufiger Erziehungs-Ratgeber als früher und lassen sich durch die unterschiedlichen Hinweise verunsichern“, so Schöner. Dabei gehe das eigene Bauchgefühl, das für die Kindererziehung maßgeblich sei, zunehmend verloren.

Auch das Familienkonzept generell habe sich im Vergleich zur Vergangenheit spürbar verändert, so Schöner. Das klassische Mutter-Vater-Kind-Modell rücke immer weiter in den Hintergrund. Patchwork-Konstellationen seien mittlerweile an der Tagesordnung. Diese Entwicklung ändere aber qualitativ nichts an den Bedingungen für eine gute und liebevolle Erziehung, so die zwei Pädagoginnen. 

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