Verbindung zwischen zwei Hochbehältern

Wasserleitung in Baunatal kaputt: Defektes Rohr über 50 Jahre alt

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Rohrbruch in Altenritte: Stadtwerkechef Jürgen Grimm (links) und der technischer Leiter Axel Kaiser zeigen den Punkt an der Bauna, an dem die Leitung defekt ist. Einige Meter daneben soll die neue Leitung verlegt werden.

Baunatal. Eine der Hauptwasserleitungen im Baunataler Stadtgebiet ist kaputt: Das über 50 Jahre alte Rohr, das die Hochbehälter Burgberg und Fuchsberg verbindet und somit weite Teile des Stadtgebietes mit Trinkwasser versorgt, hat in Altenritte im Bereich der Bauna Loch.

Ein Reparaturversuch scheiterte. Jetzt wird parallel eine Ersatzleitung verlegt.

Am vergangenen Mittwoch sei der Wasserverlust in der Leitstelle aufgefallen, berichten Stadtwerke-Chef Jürgen Grimm und der technische Leiter der Werke, Axel Kaiser. Über ein Messverfahren mit Schallwellen habe man das Leck in Altenritte direkt an der Bauna im Bereich des DLRG-Hauses lokalisiert.

Die Leitung wurde inzwischen komplett abgeriegelt. Auswirkungen für die Haushalte ergeben sich laut Grimm allerdings nicht. Durch ein ringförmiges Netz könne man die Wasserversorgung über andere Verbindungen in allen Stadtteilen sicherstellen. Zusätzlich helfe VW über einen benachbarten Hochbehälter am Fuchsberg mit Trinkwasser aus.

Die defekte Leitung, so Kaiser, sei normalerweise für die Versorgung der Stadtteile Altenbauna, Kirchbauna und Rengershausen besonders wichtig. Im Durchschnitt werden in ganz Baunatal täglich rund 3700 Kubikmeter Trinkwasser benötigt. Das entspricht gut 25.000 Badewannen-Füllungen. Durch die Verbindungsleitung zum Fuchsberg fließen davon allein rund 2000 Kubikmeter.

Zunächst wollten die Stadtwerke das defekte Rohr reparieren lassen. Dazu wurde bereits eine Baugrube an der Bauna ausgehoben. „Doch das Grundwasser drang in die Baugrube ein“, erläutert Kaiser. Selbst mit Unterstützung der Feuerwehr, die das Wasser abpumpte, sei man nicht an die in einem Schutzrohr (Düker) verlegte Leitung heran gekommen. „So konnten wir den Rohrbruch nicht beheben“, sagt Jürgen Grimm.

In den kommenden zwei Wochen soll nun eine Spezialfirma eine neue Leitung parallel zu dem alten Rohr zum Anschluss an der Straße Im Kamp verlegen. Das neue Rohr wird in einem so genannten Spülbohrverfahren unter den dortigen Grundstücken und 1,50 Meter unter der Bauna hindurch verlegt, ohne dass ein Graben angelegt werden muss.

Zunächst werde ein 450 Millimeter starkes PE-Schutzrohr eingezogen, dann folge die 315 Millimeter starke Wasserleitung, so Kaiser. Das neue Verbindungsstück hat eine Länge von 120 Metern. Die Stadtwerke rechnen mit Kosten von etwa 80 000 Euro für das neue Verbindungsstück.

Einschränkungen für die Baufirmen sehen die Experten durch das frostige Winterwetter nicht. Die aktuellen Bodenverhältnisse seien gut geeignet. Allerdings muss die Straße Im Kamp in Altenritte für die nächsten zwei Wochen gesperrt werden.

Weitere Auswirkungen gibt es laut Grimm und Kaiser für die Anwohner nicht. In Ausnahmefällen könne sich das Wasser mal braun färben, sagt Grimm. „Das ist aber unschädlich.“

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