Während in Wolfsburg pausiert wird

Weltweiter Bedarf an Teilen aus Baunatal: Keine Pause im VW-Werk

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Hier geht es derzeit rund: Im VW-Werk in Baunatal wird in den Sommermonaten durchgearbeitet, im Stammwerk Wolfsburg gibt es drei Wochen Werksferien.

Baunatal. Während im Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg in der Zeit der Werksferien die Bänder still stehen, wird in der Fabrik in Baunatal ordentlich in die Hände gespuckt.

Hier gibt es keinen allgemeinen Werksurlaub. Am zweitgrößten deutschen VW-Standort laufen täglich tausende Getriebe, Abgasanlagen und Karosserieteile von den Bändern. Auch im Original-Teile-Center (OTC) nebenan brummt das weltweite Geschäft mit Autoteilen.

Man passe die Arbeitsweise in Baunatal an die fahrzeugbauenden Werke an, sagt ein Sprecher auf Anfrage der HNA. „In einigen Bereichen senken wir die Produktion deshalb ab.“ Grundsätzlich werde aber in vielen Bereichen voll durchgearbeitet.

In Wolfsburg enden die dreiwöchigen Werksferien am 27. Juli. Während dieser Zeit wird dort kein neues Auto gebaut. In Baunatal werde gearbeitet, weil das Werk seine Produkte weiter weltweit ausliefere, sagt ein Sprecher. „Es gibt bei uns keinen Urlaubskorridor.“

Überhaupt sind derzeit vor allem die Getriebe aus Baunatal gefragt. Die Zahl der Mitarbeiter in Baunatal wurde genau deshalb jüngst von 16.600 auf 17 100 erhöht. „Wir haben eine Sonderkonjunktur“, sagte Werkleiter Thorsten Jablonski kürzlich.

Alles wird heller und moderner: An dieser Stelle der Halle 1 sollen ab Ende 2019 die Plattformen für die neue Generation von Elektroautos von VW gefertigt werden. Der Boden wird komplett neu in die Halle gegossen.

Gearbeitet wird in den Sommermonaten zudem an einem großen Umbauprojekt auf dem Werksgelände. Die Halle 1 wird fit gemacht für die Ende 2019 beginnende Produktion für die nächste Generation von Elektrofahrzeugen. In Baunatal entsteht die Plattform für die I.D.-Modelle, der sogenannte Modulare Elektrobaukasten (MEB).

Auch die neuen Elektromotoren für die reinen E-Autos sollen dort gefertigt werden. Die genau vor 60 Jahren gebaute erste Halle des VW-Werks bekommt damit einen neuen Boden. Auch die Dachkonstruktion wird luftiger und heller gestaltet.

Für die neuen Produktionslinien werde Platz benötigt, sagt der Sprecher. Die benachbarte Linie für die Handschaltgetriebe MQ 250 werde abgerissen. „Wir bauen die Flächen weiter um.“ Immerhin: Der Platz soll später einmal reichen für den Bau von einer Millionen MEB in einem Jahr.

Jedes Jahr 200 neue Azubis

  • Im VW-Werk arbeiten insgesamt 17.100 Frauen und Männer, 500 mehr als noch vor einem Jahr. 
  • Der größte Anteil liegt mit 6500 Beschäftigten im Getriebebau.
  • 2500 Mitarbeiter gehören zum Konzernbereich After Sales, sie arbeiten im Original-Teile-Center auf der anderen Seite der Autobahn 49. 
  • Jedes Jahr beginnen rund 200 neue Auszubildende in der VW-Akademie im Baunataler Werk, neun Studenten absolvieren Ausbildung und Studium parallel. 
  • 140 Mitarbeiter hat der nordhessische Standort wegen der guten Auftragslage von anderen VW-Werken übernommen.
  • Rund 200 Beschäftigte sollen Ende 2019 in der Halle 1 mit der Produktion der Komponenten für die neue Elektroauto-Generation starten.

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