Mit Neuausrichtung könnte Elektromotoren-Produktion wachsen

VW will bei Investitionen Milliarde sparen - E-Antrieb ist Chance

Kennzeichen mit Symbolcharakter: Alle Elektromotoren für den E-Up und den E-Golf werden im VW-Werk Kassel in Baunatal gebaut. Archivfoto: Kühling

Baunatal. Eine Milliarde Euro will der VW-Konzern jährlich bei Investitionen sparen. Das hat der Markenvorstand in Wolfsburg als Folge des Abgasskandals beschlossen.

Auch das VW-Werk Kassel in Baunatal trage dazu einen Teil bei, so Betriebsratschef Carsten Bätzold auf Anfrage. Im Gespräch seien allerdings kleinere Vorhaben. Zukunftsprojekte – beispielsweise in der Getriebeproduktion – seien in dem nordhessischen Werk nicht betroffen. „Die Zukunftsfähigkeit des Standortes ist durch diese Schritte nicht gefährdet“, so Bätzold.

E-Antrieb ist Chance

Ein wesentlicher Punkt der Neuausrichtung des VW-Konzerns nach dem Abgasskandal ist die Stärkung der Elektromotoren-Produktion. So werde der neue Phaeton elektrisch. Und ein modularer elektrischer Baukasten für mehrere Fahrzeugmodelle sei geplant. Diese Richtungsentscheidungen verkündete der Markenvorstand gestern über eine Pressemitteilung. Daraus könnten sich Chancen für das VW-Werk Kassel in Baunatal ergeben.

Bislang werden nämlich alle Elektromotoren für den Konzern am nordhessischen Standort gefertigt. Dieser ist gleichzeitig das Leitwerk des Konzerns für die Elektromobilität. Hier wurden die Antriebe weitgehend entwickelt.

In der Halle 6, der modernsten Produktionsstätte des zweitgrößten deutschen VW-Werks, entstehen die Motoren für den E-Golf, den E-Up, den Audi A 3 E-Tron sowie die Hybrid-Varianten Golf GTE und Passat GTE. Auch Betriebsratschef Carsten Bätzold sieht diese Neuausrichtung des Vorstandes positiv. Die Entscheidung für die E-Antriebe sei schon länger wichtig gewesen, sagt er. „Wir sind ganz vorn dabei bei der Elektro-Traktion und den Hybridantrieben.“ Bisher wurden nach Informationen der HNA am Tag rund 120 reine Elektromotoren gebaut. Mehr gefragt sind die Hybrid-Varianten für den GTE und den Audi A 3 E-Tron. Für diese verlassen rund 160 E-Antriebe täglich den nordhessischen Standort. Jüngst hinzugekommen sind weitere Motoren für den Hybrid-Passat GTE. „Das läuft richtig gut“, betont Bätzold.

Ferner verkündete der Markenvorstand, dass der Konzern jährlich eine Milliarde Euro bei den Investitionen einsparen wolle. Zukunftsweisende Vorhaben im Baunataler Werk – etwa der Anlauf von neuen Getriebevarianten – seien davon nicht betroffen, erläuterte der Betriebsratschef weiter.

Vielmehr sei der Standort mit kleineren Bausteinen an dem Sparprogramm beteiligt, die gar nicht so auf den Punkt zu bringen seien. Auch könne das Sparkonzept bedeuten, dass kleinere Vorhaben im Werk um ein Jahr verschoben werden. „Das bedeutet lediglich eine Streckung.“ Eine Stellungnahme der Werkleitung gab es bis Redaktionsschluss nicht.

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