Wert pendelt sich auf niedrigem Niveau ein

Zahl der Arbeitsunfälle im Baunataler VW-Werk leicht gestiegen

Baunatal. Von schwersten Unfällen mit bleibenden Gesundheitsschäden für die betroffenen Mitarbeiter ist das Volkswagen-Werk vergangenes Jahr verschont worden.

Das war die beste Nachricht, die Jörg Ruppert, Leitender Sicherheitsingenieur, bei der Verleihung der Arbeitsschutz-Pokale im VW-Werk verkünden konnte.

Die Zahl der Arbeitsunfälle, die Mitarbeiter mindestens einen Tag außer Gefecht gesetzt haben, sei allerdings von 106 in 2016 auf nun 130 gestiegen. Diese kosteten das Werk laut Ruppert rund 2200 Ausfalltage. Der Ingenieur zog dennoch eine positive Bilanz für die Arbeitssicherheit. Denn vor acht Jahren habe man noch 179 Arbeitsunfälle beklagt.

Während in den 1960er-Jahren VW-Mitarbeiter aus Baunatal zum Konkurrenten Opel nach Rüsselsheim gefahren seien, um von deren Know-how in Sachen Arbeitssicherheit zu profitieren, sei man heute für viele andere schon Vorbild. „Wir sind auf sehr gutem Stand. Wir werden teilweise in der Branche schon als Benchmark gesehen“, sagte Ruppert.

In einem Zeitraum von 46 Jahren sei die Zahl der Arbeitsunfälle im Baunataler Werk fast um 90 Prozent reduziert worden. Der leichte Anstieg im vergangenen Jahr sei auf Umstrukturierungen und Versetzungen in mehreren Fachbereichen zurückzuführen. Mitarbeiter mussten sich erst in einer neuen Arbeitsumgebung zurechtfinden. „Stolpern, umknicken, fehltreten, stürzen“, das seien die Gründe für die meisten Unfälle.

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Die Digitalisierung bringt neue Herausforderungen für das Werk mit sich. Mit einer Plakat-Kampagne für mehr Achtsamkeit, Qualifizierungen und Workshops am Arbeitsplatz will man die Mitarbeiter weiter sensibilisieren und Gefahrensituationen schon im Vorfeld vermeiden. Speziell soll es auch um die Gefahren gehen, die die Ablenkung durch das Smartphone am Ohr mit sich bringt.

Werkleiter Thorsten Jablonski wies darauf hin, dass viele Unfälle durch den logistischen Bereich ausgelöst würden. So verletzte sich vor zwei Jahren die Mitarbeiterin einer Fremdfirma, als ein Behälter von einem Gabelstapler auf sie stürzte, weil der Fahrer – ebenfalls von einer Fremdfirma – wegen der Frau abrupt bremste.

Demnächst könnten autonome, also selbstfahrende, computergesteuerte Fahrzeuge im Werk zum Einsatz kommen. Allerdings müsse deren Sensorik erst noch zuverlässiger werden.

Auf einen Großteil von Unfällen hat das Werk übrigens keinen Einfluss: 90-mal verunglückten Beschäftigte auf dem Weg von zu Hause zum Werktor oder zurück. Das allein verursachte etwa 1400 Ausfalltage. 

Rubriklistenbild: © Dilling

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