Prozess in Baunatal wird vertagt

Zeugen belasten angeklagten Litauer in Vergewaltigungs-Prozess

Baunatal. Das eigentlich für den 24. Oktober angekündigte Urteil im Prozess gegen einen 47-jährigen Litauer wegen schwerer sexueller Nötigung und Widerstand gegen die Polizei wird zunächst vertagt.

Der Vorsitzende Richter Rinninsland unterbrach den Prozess bis zum 15. November.

Der Entscheidung war ein Befangenheitsantrag von der Verteidigerin des Angeklagten gegen den Vorsitzender Richter vorausgegangen. Vor dem Befangenheitsantrag hatte die Verteidigerin einen Beweisantrag gestellt, in dem weitere Zeugen zu der Tatnacht befragt werden sollten. Auch nach mehrmaligen Nachfragen von Richter Rinninsland, was die Verteidigung denn nun genau wollte mit dem Antrag, gab sie keine Antwort. Auch Staatsanwalt Weigelt konnte keinen erkennbaren Grund für den Antrag feststellen. „Ich weiß wirklich nicht, was sie mit dem Beweisantrag erreichen wollen“, sagte Weigelt. Richter Rinninsland war sichtlich genervt von den ausweichenden Antworten der Verteidigerin und raunte sie an. „Sie haben von Strafrecht gar keine Ahnung.“ Die Verteidigerin sah darin eine Unparteilichkeit gegenüber dem Angeklagten und stellte den Befangenheitsantrag.

Das Verfahren gegen den 47-jährigen Mann aus Litauen wird seit dem 23. Oktober vor der 11. Strafkammer des Landgerichts Kassel geführt. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft soll der Mann im Oktober 2016 eine damals 23-Jährige aus Baunatal an der Straßenbahnhaltestelle Stadtmitte sexuell genötigt und anschließend Widerstand gegen die Polizei geleistet haben. Bei der Verhandlung am Dienstag wurden weitere Zeugen der Tatnacht vernommen. Neben zwei Freundinnen, die den Überfall auf die 23-Jährige von ihrem Balkon aus beobachtet haben, hatten die am Einsatzort befindlichen Beamten der Polizei und die behandelnde Ärztin ihre Aussagen gemacht.

Zudem wurden die Aussagen des Rechtmediziners aufgenommen. Demnach war der Angeklagte zur Tatzeit, trotz eines Alkoholpegels von 1,8 Promille, zurechnungsfähig. Bei dem Versuch vom Tatort, über einen Gartenzaun zu fliehen, habe sich der Angeklagte leicht am Kopf verletzt. Anschließend soll er sich am Boden gegen seine Festnahme gewehrt haben.

Die Aufnahmen der Überwachungskamera an der Straßenbahnhaltestelle würden deutlich zeigen, wie die 23-Jährige angegangen wird, so Weigelt. Die Aussagen der jungen Frau würden sich zudem mit den Aufzeichnungen der Überwachungskamera und den Aussagen der Zeugen vor Ort decken. Am 15. November soll der Prozess vor dem Landgericht fortgeführt werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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