Wir-Gefühl beim Seiltanzen 

Zirkus-Projekt an der Grundschule in Baunatal-Rengershausen

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Üben fleißig für ihren großen Auftritt in der Manege: (von links) Melissa, Carolin und Jessica bewegen sich mit Fächern in der Hand auf einem Drahtseil. Das Foto daneben zeigt Milena wie sie mithilfe von Sandy Barnekow auf dem Drahtseil in einen Reifen springen will, den Emma für sie festhält.

Baunatal. Sie machen Figuren am Trapez, jonglieren mit Bällen und Tüchern, balancieren auf einem Drahtseil und zaubern: Die Teilnehmer der Zirkusprojektwoche an der Brüder-Grimm-Schule in Rengershausen.

Sie studieren verteilt in Räumen und im Zirkuszelt Nummern ein, die sie heute und morgen vor einem Publikum präsentieren wollen. Mit dabei sind nicht nur die Grundschüler der Brüder-Grimm-Schule, sondern auch die zukünftigen Erstklässler der Kindertagesstätten Rengershausen, Guntershausen und Kirchbauna. In neun Gruppen üben die 186 Kinder für ihren großen Auftritt in der Manege. Unterstützt werden sie von zehn Mitarbeitern des Zirkus’ Phantasia aus Soltau. Mit ihnen lernen die Kinder, sich auf dem Drahtseil zu bewegen, jonglieren, Zaubertricks und Akrobatik. Die Grundschüler können aber auch ans Trapez gehen, zum Fakir oder zum Clown werden. Die Jüngsten üben einen etwas ruhigeren Auftritt ein: Im dunklen erzählen sie mithilfe von neonfarbenen Requisiten eine Geschichte.

Keine Angst vor Scherben

Oberkörperfrei auf einem Scherbenhaufen: Der achtjährige Ben aus der Klasse 3a wird als Fakir auftreten.

Welche Gruppe die Kinder besuchen wollen, konnten sie sich nach eigenen Wünschen aussuchen. Der achtjährige Ben aus der Klasse 3a wusste sofort, was er will. „Ich wollte Fakir werden.“ Seine Schwester Hannah nahm vor dreieinhalb Jahren am Zirkusprojekt teil und brachte eine DVD vom Auftritt mit nach Hause. „Die hab ich ganz oft gesehen und mich deshalb sehr auf die Projektwoche gefreut.“ Auch die neunjährige Josephine aus der Klasse 3b will als Fakir vors Publikum treten. So macht sie beispielsweise einen Kopfstand auf Scherben. Angst hatte Josephine vor den Übungen nicht. „Die Scherben und das Nagelbrett sind abgeschliffen“, verrät sie. Wenn die Neunjährige an die Vorführungen denkt, ist sie etwas nervös. „Weil ich etwas vergessen könnte“, sagt sie. Trotzdem hat sie viel Spaß während der Projektwoche.

Und das ist die Hauptsache für Zirkusdirektor Lars Wasserthal. „Die Kinder sollen die Woche ihres Lebens bei uns haben, das ist unser Anspruch“, sagt er. Der 37-Jährige hat die Erfahrung gemacht, dass die Zirkusprojektwoche eine positive Wirkung auf die Schulgemeinschaft hat. „Die Kinder begegnen sich ein stückweit anders auf dem Schulhof.“ Das Projekt stärke die Gemeinschaft und schaffe eine andere Art des Wir-Gefühls, sagt er.

Sabine Keller, zuständig für die Pressearbeit an der Brüder-Grimm-Schule, zeigt sich begeistert vom Projekt und der Atmosphäre im Zirkuszelt. „Jedes Kind kann seinen Talenten folgen und persönliche Erfolgserlebnisse feiern.“ Das sei besonders wichtig für leistungsschwächere Kinder, sagt Wasserthal. 

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