Anlieger der Naumburger Straße erhoffen sich mehr Ruhe

Zwischen Altenritte und Elgershausen: Initiatoren fordern Ergänzung des Lärmschutzwalls

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Private Initiative: Die Eigentümer der Grundstücke an der Naumburger Straße in Altenritte haben diesen Lärmschutzwall an der Landesstraße selbst auf den Weg gebracht. Sie fordern nun eine sich daran anschließende Lärmschutzwand auf der benachbarten Brücke.

Baunatal. Private Initiatoren haben Ende der 90er-Jahre  dafür gesorgt, dass ein Lärmschutzwall entlang der Landesstraße zwischen Altenritte und Elgershausen aufgeschüttet wurde. Nun fordern sie eine Ergänzung der 310 Meter langen Anlage.

Es ist vermutlich das größte Bauprojekt in der Geschichte der Stadt Baunatal, das jemals auf rein privater Initiative zustande gekommen ist: Konrad Göbel und Erich Bürger sorgten Ende der 90er-Jahre dafür, dass ein 160 Meter langer und bis zu zwölf Meter hoher Lärmschutzwall entlang der Landesstraße zwischen Altenritte und Elgershausen aufgeschüttet wurde. Jetzt fordern die Familien die Ergänzung der Anlage durch eine Lärmschutzwand. Diese habe die Stadt Baunatal schon vor vielen Jahren zugesichert, sagen sie.

Der Wall ist ein stattliches Bauwerk: 25 000 Kubikmeter Erde wurden verbaut. Am Fuß misst die Anlage immerhin eine Breite von 15 Metern. Drei Meter ragt der Wall über die Fahrbahn der L 3218 empor. Aufgeschüttet wurde er ab dem Jahr 2001 mit Bodenaushub der Elgershäuser Baufirma Schnittger. Stadt und Land ergänzten den Erdwall anschließend um weitere 150 Meter Richtung Schauenburg.

Zum vergrößern bitte oben rechts anklicken. 

Am Rand des Grundstückes von Karl Göbel, dem Sohn von Initiator Konrad Göbel, endet das Bauwerk in Höhe einer Brücke über die Lützel. Und genau um dieses anschließende Teilstück geht es jetzt. Im Zuge einer Brückensanierung 2008 seien bereits die Vorkehrungen für den Bau einer Lärmschutzwand entlang der Brücke getroffen worden, sagt Karl Göbel. „Uns geht es jetzt darum, dass das zugemacht wird.“

Die Anlieger der Naumburger Straße erhoffen sich durch die zusätzliche Wand eine weitere Beruhigung des Baunataler Stadtteils. Der Verkehr auf der Landesstraße habe seit der Wende 1989 und den Umleitungsverkehr für die A 44 stetig zugenommen, betont Göbel.

Lärm von der Brücke: Karl Göbel (links) und Erich Bürger sagen, dass die Verkehrsbelastung durch die benachbarte Landesstraße stetig zunimmt.

Die Stadt Baunatal sieht sich jedoch nicht in der Pflicht. Weder die Brücke noch die Straße seien im Besitz der Kommune, sagt Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) auf Anfrage der HNA. Ansprechpartner sei die Landesbehörde Hessen Mobil. Natürlich, so ergänzt Erste Stadträtin Silke Engler (SPD), habe die Stadt das Teilstück als Forderung in den Landesaktionsplan für den Lärmschutz vom Regierungspräsidium mit aufnehmen lassen. „Da ist es drin“, so Engler. Eigenmächtig eine Lärmschutzwand installieren dürfe die Stadt an der Landesstraße gar nicht.

„Es müsste geprüft werden, ob die Auslösewerte erreicht oder überschritten werden“, sagt Horst Sinemus, Sprecher der zuständigen Verkehrsbehörde Hessen Mobil. Bei einer Ergänzung des Lärmschutzes an dieser Stelle würde es sich um eine „freiwillige Leistung des Landes“ handeln, sagt er.

Einzelheiten zu der Anlage in Großenritte könne er im Moment nicht nennen, erläutert der Sprecher. Der zuständige Mitarbeiter sei erst am Freitag wieder da.

Sinemus geht jedenfalls davon aus, dass die Lärmbelastung seit Jahren nicht an dieser Stelle gemessen wurde. „Das liegt bestimmt zehn Jahre zurück.“

Ein Stück Naturschutz

„Lebensraum für viele Tiere“ Die Initiatoren des Lärmschutzprojektes weisen noch auf einen weiteren Pluspunkt der Anlage hin. Der inzwischen mit Bäumen und Büschen bewachsene Wall sei ein Lebensraum für viele Kleintiere und Vögel. Es sei ein Biotop und entspreche den Richtlinien und der Norm für Naturschutz, betont Karl Göbel. Etwa alle zwei Jahre gehen die Eigentümer auf die Anlage, um großflächig Totholz herauszuholen. 

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