VW in Baunatal wird bald Getriebe für den Geländewagen Macan liefern – Weitere Aufträge in Aussicht

VW in Baunatal: Porsche bringt Arbeit ins Werk

Er bringt Aufträge zu VW in Baunatal: Der Porsche Macan, der 2013 auf den Markt kommen soll, wird sein Getriebe voraussichtlich aus Baunatal erhalten. Offiziell gibt es von dem Geländefahrzeug nur diese Studie, allerdings wurden bereits sogenannte Erlkönige gesichtet: Testfahrzeuge, die mit fremden Teilen kaschiert sind, um die wahre Form zu verschleiern. Foto: dpa

Baunatal. Die Übernahme des gesamten Sportwagengeschäfts von Porsche durch VW bringt auch Arbeit ins Baunataler Werk. Vor allem Getriebe für den 2013 herauskommenden Porsche Macan dürften nach Informationen unserer Zeitung bald aus Nordhessen geliefert werden.

Das bedeutet eine weitere Auslastung des Werks und sichert Stellen. Pressesprecher Rudi Stassek wollte zu der Entwicklung nichts sagen. Aber Betriebsratsvorsitzender Jürgen Stumpf stellte zur künftigen Zusammenarbeit fest: „Das ist ein Stabilisator wie Audi.“

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Porsche interessiert sich offenbar darüber hinaus für die in Baunatal entwickelte Leichtbauweise mit Aluminiumgussteilen. Schon seit einigen Monaten wird gemeinsam untersucht, wie die Autohersteller hier voneinander profitieren können, wie Stumpf berichtet. Das ist ebenso bei der Technik der formgehärteten Blechteile zum Schutz der Fahrgastzelle der Fall.

Elektroantrieb

Dem Vernehmen nach ist Porsche auch am Baunataler Elektromotor interessiert. Der Prototyp des E-Boxster läuft bereits mit Elektroantrieben vorn und hinten aus Nordhessen.

Jürgen Stumpf

Der Macan, ein SUV (Sport Utility Vehicle), auch Geländelimousine genannt, ist vor allem deshalb für das hiesige Werk von Interesse, weil seine Plattform identisch mit der des Q5 von Audi ist. Dessen Antrieb wird bereits hierzulande gefertigt. Aus diesem Baukasten des Konzerns könnten später weitere Porsche-Modelle ausgestattet werden. Der Cayenne zum Beispiel besitzt die gleiche Plattform wie der Toureg von VW und der Q7 von Audi: Nur die Hüte unterscheiden sich, wie es in der VW-Insidersprache heißt.

Mutmaßlich werden bald täglich mehrere Dutzend Getriebe für Porsche das Baunataler Werk verlassen. Das dürften die Kapazitäten zulassen. Was im Umkehrschluss heißt: Neue Arbeitsplätze sind dafür nicht erforderlich.

Doch sicherten Porsche-Aufträge vorhandene Jobs, erläutert Betriebsratschef Stumpf. Auch seien weitere technologische Projekte zu erwarten, nachdem der Austausch der Entwickler beider Firmen bereits laufe. Stumpf: „Das ist rundum positiv.“

Er sieht noch einen weiteren Vorteil: In Zeiten, in denen der europäische Markt wackele und Kunden Kaufzurückhaltung übten, sei eine Marke, die in alle Welt verkauft werde, ein willkommenes Zubrot. Und, so Stumpf: „Diese Autos werden immer gekauft.“ Das vergleichsweise kleine Luxussegment, in dem Porsche unterwegs sei, widerstehe in der Regel Krisen.

Bei VW in Baunatal sind zurzeit 16.200 Menschen beschäftigt (davon 2000 Leiharbeiter). Pro Tag werden 16.000 bis 17.000 Getriebe gebaut – etwa vier Millionen im Jahr.

Von Ingrid Jünemann

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