Zahl der Einwohner 2011 um 137 angestiegen – Prognose ging von stetigem Rückgang bis 2025 aus

Baunatal verzeichnet Zuwachs

Gegen den Trend: Baunatal verzeichnete 2011 einen Zuwachs bei der Einwohnerzahl. 137 Frauen und Männer leben gegenüber dem Vorjahr mehr in der VW-Stadt. Auf dem Luftbild sind links die Rundsporthalle und die Heuss-Schule zu erkennen. Foto: Prall / Montage: Köberich

Baunatal. Entgegen aller Prognosen: Die Zahl der Einwohner in Baunatal wächst. Im Jahr 2011 allein registrierte das Rathaus 137 Frauen und Männer mehr in der VW-Stadt. Damit liegt die Einwohnerzahl aktuell bei 27 945.

Die viel zitierte Prognose der Bertelsmann-Stiftung zur demografischen Entwicklung von Kommunen war für Baunatal von einem stetigen Bevölkerungsrückgang bis zum Jahr 2025 ausgegangen. Die Zahl werde sich von 27 500 Einwohnern im Jahr 2006 auf 25 575 verringern, so die Vorhersage. „Demgegenüber liegen wir im Jahr 2011 bei 600 bis 700 Einwohnern mehr“, erläutert Bürgermeister Manfred Schaub. Für ihn ist die positive Entwicklung der Einwohnerzahl ein Faktor der Stabilität. Nicht nur, weil dadurch natürlich über die Einkommensteuer und Schlüsselzuweisungen mehr Geld in die Kasse fließt.

„Demgegenüber liegen wir im Jahr 2011 bei 600 bis 700 Einwohnern mehr.“

Manfred Schaub

„Daneben könnte bei sinkender Einwohnerzahl irgendwann der Zeitpunkt erreicht sein, an dem die vorhandene Infrastruktur nicht mehr in optimaler Relation steht“, sagte er jetzt in seiner Haushaltsrede im Stadtparlament.

Ein solches Problem könnte bei einem Rückgang zum Beispiel der Betrieb des Schwimmbades Aqua-Park werden. Schon jetzt steigt der Zuschussbedarf. Laut Erster Stadträtin Silke Engler-Kurz muss die Stadt 2012 zum Betrieb des Bades 1,65 Millionen Euro dazubuttern. „Dies sind rund 150 000 Euro mehr als vorgesehen.“

Parallel dazu sinken die Besucherzahlen in dem Freizeitbad kontinuierlich. So hätten die Stadtwerke für 2012 die Erwartung der Gästezahlen und der daraus folgenden Eintrittserlöse angepasst, sagte die Vizebürgermeisterin zum Wirtschaftsplan der Stadtwerke. Ein Rückgang der Gäste in Freizeitbädern – ein Trend der laut Engler-Kurz bundesweit zu beobachten ist.

Zurück zur Einwohnerentwicklung: Die vor mehr als einem Jahrzehnt mal diskutierte Marke für die VW-Stadt von 30 000 erweise sich als utopisch, betonte der Bürgermeister im Stadtparlament, „die Voraussagen der erheblichen Abnahme allerdings auch“.

Geweckt wird das Interesse von Menschen für eine Kommune nach Auffassung des Bürgermeisters insbesondere durch ein Zusammenspiel aus Arbeitsplätzen, Bildung, Angebot an Geschäften und ärztlicher Versorgung.

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Von Sven Kühling

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