Unverhältnismäßig im Vergleich zum Vollzeit-Verdienst

Baunataler Diakonie Kassel kürzt Gehälter von behinderten Halbtags-Mitarbeitern

Standort Baunatal: Die Baunataler Diakonie Kassel mit dem neuen Logo, das im Juli 2012 vorgestellt worden war. Archivfoto: Jünemann / nh

Baunatal. Behinderte Beschäftigte der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS), die ab dem 1. April Teilzeit arbeiten, werden in Zukunft weniger verdienen als ihre Kollegen. Das ist ein Ergebnis der Fortschreibung der Lohnvereinbarungen zwischen dem Vorstand und dem Werkstattrat der BDKS.

Man habe festgestellt, dass der Lohn der Mitarbeiter, die Teilzeit arbeiten, nicht in angemessenem Verhältnis zum Lohn der Vollzeitbeschäftigten stehe, sagte Pressesprecher Thomas Helmstetter auf Anfrage der HNA. Die Entlohnung eines Mitarbeiters mit 30 Stunden Arbeitszeit und eines Beschäftigten mit 15 Stunden müsse in einem guten Verhältnis zueinander stehen. Das sei derzeit nicht der Fall und daher sei eine Anpassung notwendig.

Helmstetter betonte, dass es dabei nicht um Einsparungen ginge, sondern um die Einführung eines gerechteren Lohnsystems. Eine entsprechende Lohntabelle werde derzeit ausgearbeitet.

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Außerdem verwies der Pressesprecher darauf, dass die BDKS grundsätzlich höhere Löhne als die gesetzlich vorgesehenen zahle. Für die Vollzeit- und derzeit Teilzeitbeschäftigten werde es keine Änderungen geben. Zudem habe man im Rahmen der Verhandlungen zwischen Werkstattrat und Vorstand beschlossen, das Weihnachtsgeld zukünftig klar zu regeln und festzuschreiben. „Die Auszahlung des Weihnachtsgeldes an Menschen mit Behinderungen erfolgt nach den neuen Vereinbarungen jetzt unabhängig von unserem Arbeitsergebnis“, teilte Michael Conzelmann, Kaufmännischer Vorstand der BDKS, mit.

Außerdem werde eine Übergangsregelung, die vor zwei Jahren getroffen wurde, um ein weiteres Jahr verlängert, ließ Helmstetter wissen. Damals hatte es Einschnitte bei den Löhnen der behinderten Mitarbeiter gegeben. Die Übergangsregelung sah vor, dass der Lohn um maximal 20 Euro gekürzt werden dürfe, um Härtefalle zu vermeiden. Sie wäre zum 30. Juni ausgelaufen.

Von Nicole Schippers

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