Baunataler Diakonie Kassel rudert zurück

Baunataler Diakonie Kassel: Dorfladen in Oberkaufungen doch noch nicht vom Tisch

Will einen Dorfladen: Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD/links), hier mit BDKS-Vorstandsmitglied Michael Conzelmann bei der Präsentation der Pläne für das Behindertenwohnheim in Oberkaufungen. Archivfoto:  Ketteritzsch

Kaufungen. Die Ankündigung der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS), wonach es in ihrem neuen Wohnheim für Behinderte in Oberkaufungen doch keinen Tegut-Dorfladen geben wird, hat in der Lossetalgemeinde für Erstaunen und Kritik gesorgt.

Jetzt rudert das Wohlfahrtsunternehmen zurück: Der Dorfladen sei sehr wohl noch ein Thema, sagte BDKS-Vorstandsmitglied Michael Conzelmann unserer Zeitung. „Wir arbeiten daran.“ Der Fuldaer Lebensmittelhändler Tegut stehe als Partner allerdings nicht mehr zur Verfügung.

Wie berichtet, hatte eine Sprecherin der Baunataler Diakonie Kassel erklärt, dass das Dorfladen-Konzept nicht verwirklicht wird, weil es sich wirtschaftlich nicht rechne. Stattdessen sei denkbar, dass eine Bäckerei oder ein Fahrradladen die 130 Quadratmeter große Gewerbefläche im Erdgeschoss des Wohnheims am Brauplatz nutzen wird. In Körle war erst vor Kurzem das „Dorflädchen für alles“ wegen zu geringer Nachfrage geschlossen worden.

Nach HNA-Informationen musste sich die Führungsspitze der BDKS wegen der öffentlichen Absage an das Projekt Kritik von Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD) anhören.

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Die Gemeinde stellt der Baunataler Diakonie Kassel über einen Erbbaupachtvertrag das Baugrundstück zur Verfügung, das die Kommune von dem Kaufunger Fleischermeister Gerhard Reichel gekauft hatte. Das in Aussicht gestellte Lebensmittellädchen hatte dabei mit den Ausschlag für die Vergabe des im Ortskern gelegenen Grundstücks an die BDKS gegeben, auch wenn dieser ausdrücklich die Entscheidung über die Planung eingeräumt wurde.

Gegenüber der HNA nannte Roß gestern einen Dorfladen einen „guten Beitrag zur Belebung des Ortszentrums von Oberkaufungen“. Die dort verkauften Lebensmittel und Drogerieartikel würden das Gesamtangebot an Waren abrunden, das an der Leipziger Straße erhältlich sei. Roß begrüßt es, dass die BDKS an den Plänen für einen Dorfladen festhält. Allerdings seien unternehmerische Entscheidungen zu akzeptieren. „Denn das unternehmerische Risiko trägt der Betreiber.“

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