Baunataler Diakonie Kassel schließt Bad Zwestener Quellen

Baunatal/Bad Zwesten. Das Unternehmen Bad Zwestener Quellen wird geschlossen. Das bestätigt Ernst Georg Eberhardt, Pädagogischer Vorstand der Baunataler Diakonie Kassel, zu der der Getränkehersteller gehört, auf Anfrage.

Die 14 Mitarbeiter seien kurz vor Weihnachten über das Ende des Geschäftsbetriebes informiert worden, so Eberhardt. Dieser Schritt sei notwendig gewesen, weil die Fortsetzung der Produktion ein finanziell zu hohes Risiko bedeutet hätte, sagt der Vorstand. Schon in den vergangenen Jahren seien „erhebliche Zuschüsse“ geflossen, um das Unternehmen am Leben zu erhalten. „Der Getränkemarkt ist heiß umkämpft.“

Seit fünf Jahren gehören die Bad Zwestener Quellen der Baunataler Integrationsbetriebe gGmbH, ein Tochterunternehmen der Baunataler Diakonie Kassel (früher Baunataler Werkstätten). Aus drei Brunnen des Kurortes wird Mineralwasser gewonnen. In dem Unternehmen arbeiten derzeit sechst Behinderte und acht beschäftigte ohne Behinderung zusammen. Bis vor kurzem sollen 18 Frauen und Männer dort beschäftigt gewesen sein. Allen Mitarbeitern sollen laut Eberhardt andere Stellen bei der Baunataler Diakonie angeboten werden.

Die Unternehmensleitung betont, dass sie sich in den vergangenen Monaten intensiv um eine andere Lösung bemüht habe. Laut Eberhardt wurde nach neuen Modellen gesucht, die Bad Zwestener Quellen, die traditionell unter dem Namen Löwensprudel bekannt sind, in eigener Regie weiterzuführen, oder mit Hilfe von Partnern oder ganz an andere Investoren abzugeben. „Alle drei Versuche sind gescheitert“, sagt Eberhardt. Obwohl es in den letzten Monaten aufwärts gegangen sei, habe sich keine tragfähige Lösung abgezeichnet. „Es war nicht absehbar, wie wir in schwarze Zahlen kommen könnten.“ Trotz dieser Entwicklung hat die Geschäftsleitung die Hoffnung auf Rettung der Firma nicht aufgegeben. Auch jetzt noch werde man weiter nach neuen Partnern suchen, sagt Eberhardt. Gerade gestern habe sich wieder ein Interessent bei ihm gemeldet.

Und so sieht die Zukunft des Betriebes aktuell aus: Die Produktion soll bis Ende Januar laufen. Allen Kunden, so Eberhardt, werde man ein vergleichbares Angebot von einem anderen Getränkehersteller vorlegen. Dafür habe man einen Maßnahmenplan erstellt, der bis zum 30. Juni laufe. was aus der Produktionsstätte in Bad Zwesten wird, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, betont der Vorstand.

Übrigens: Für Investitionen in den Integrationsbetrieb hat der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Zuschüsse gezahlt. Das bestätigt LWV-Sprecherin Elke Bockhorst auf Anfrage. Auch habe man für die Beschäftigung einzelner Schwerbehinderter Zuschüsse gazahlt. Wie hoch der finanzielle Aufwand des LWV war, wollte Bockhorst nicht sagen. Der LWV prüfe jetzt zunächst einmal, ob die Mittel von dem Unternehmen vernünftig verwendet worden seien.

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