Erinnerungsstück aus Ton

Baunataler entwirft Plakette zu 1100 Jahre Kassel

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Besonderes Erinnerungsstück: Lotar Nietz hat in zahlreichen Arbeitsstunden eine Plakette zum Stadtjubiläum Kassels geschaffen.

Baunatal. Im kommenden Jahr feiert Kassel sein 1100-jähriges Bestehen. Doch in der Hobby-Werkstatt von Lotar Nietz ist das Stadtjubiläum schon jetzt allgegenwärtig. Der Baunataler hat eigens für das Großereignis eine Plakette aus Ton entworfen. Verkaufen wird er sie aber nicht.

Das runde Erinnerungsstück hat einige Wochen Arbeit in Anspruch genommen. Nietz informierte sich im Kaseler Stadtarchiv über die Geschichte und suchte nach einem passenden Motiv. Entschieden hat er sich für eine Ansicht der Martinskirche – so, wie sie vor dem Zweiten Weltkrieg aussah. Sie ziert die Plakette nun als detailstarkes Relief.

Gipsblock als Form

Vom ersten Entwurf bis zum fertigen Objekt war es ein langer Weg: Nietz übertrug seine Zeichnung als Negativ in einen Gipsblock, der anschließend als Form für den Ton diente. Eine Arbeit, die sehr viel Fingerspitzengefühl und Konzentration erforderte. „Aber alles ist eine Sache der Übung“, sagt der ehemalige Betriebsschlosser.

Auch die Rückseite der Plakette wurde verziert. Dort sind in einer Spirale die zahlreichen Namensänderungen Kassels festgehalten. So hieß die Stadt 913 noch Chassella, 1873 erstmals Kassel und nur fünf Jahre später Cassel. Erst 1926 wurde der Name endgültig in Kassel geändert.

Spirale: Auf der Rückseite der Plakette prägte Nietz mit einem Stempel prägnante Jahreszahlen ein.

In den vergangenen sechs Jahren hat der Altenbaunaer Lotar Nietz zahlreiche Plaketten geschaffen. Eine zeigt symbolisch den Jakobsweg, eine andere den Rennsteig. Auch zu runden Geburtstagen oder Ehejubiläen fertigt der Baunataler gern Plaketten als Geschenk an. Vor einigen Jahren nahm er zudem die bevorstehende Renovierung der Friedenskirche Altenbauna zum Anlass, ein Erinnerungsstück zu entwerfen. Die tönernen Plaketten wurden als besonderes Dankeschön an großzügige Spender verschenkt.

Verkaufen würde Lotar Nietz seine Plaketten übrigens nie. „Das ist ein Hobby, mit dem ich keine Geschäfte machen will“, sagt er. Ihm genüge es, wenn er anderen mit seiner Arbeit eine Freude macht.

Von Pamela De Filippo.

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