Baunataler Erich-Kästner-Schule strukturiert Ganztagsangebot

Baunatal. Die Rosenmontagpolonaise der Schüler durch den neuen Ganztagsraum hat Symbolcharakter. In der Erich-Kästner-Schule (EKS) geht es vorwärts auf dem Weg zur Ganztagsschule.  

Der neue Treffpunkt in der ersten Etage mit allerhand bunten Möbeln ist nur ein Baustein in einer neuen Struktur der integrierten Gesamtschule. 276 Schüler der Jahrgänge fünf und sechs sind inzwischen mit dabei. Mit jedem neuen Jahrgang will die EKS nun wachsen zur echten Ganztagsschule.

Der Schultag der Schüler dauert immer von 7.35 Uhr bis um 14.30 Uhr. Wobei der Start zur nullten Stunde quasi als Gleitzeit gesehen werde, erläutert Stufenleiterin Meike Erbarth-Fischer. Die Schüler können in der Zeit bis 8.20 Uhr kommen, wann sie wollen. Es sei denn, sie haben ein festes Förderangebot gebucht.

In der nullten Stunde können die Schüler in Absprache mit den Eltern am Förderunterricht teilnehmen, sie haben auch die Chance, Hausaufgaben zu erledigen oder bei Sport und Musik mitzumachen. „Manche wollen aber erstmal hier ankommen“, sagt Erbarth-Fischer.

Wer glaubt, dass die Schüler doch lieber noch ein bisschen länger schlafen und erst zur ersten anstatt zur nullten Stunde erscheinen, der irrt. Dieses freiwillige Angebot werde sehr gut angenommen, sagt die Stufenleiterin. „Die Mehrheit der Kinder, nämlich 85 Prozent, ist gleich morgens da.“

An diesem Punkt wird deutlich, wie sich Schule ändert. „Wir verstehen uns als Schulgemeinde. Wir sehen das Lernen als: Etwas miteinander tun“, sagt Erbarth-Fischer. Kinder verbrächten heute sowieso mehr als 50 Prozent des Tages in der Schule. Da müsse das Angebot hinaus gehen über den Erwerb von Fachwissen.

„Die Kinder müssen beispielsweise auch lernen, Langeweile zu haben.“ Deshalb gebe es Ecken wie den neuen Ganztagsraum, in denen die Jungen und Mädchen mal abhängen können.

Auch ein Raum der Stille sei vorhanden, ergänzt die stellvertretende Schulleiterin Ingeborg Splettstößer. Wer in der Pause nicht im lauten Trubel dabei sein wolle, könne sich in das von einer Seelsorgerin betreute Angebot zurückziehen.

Meike Erbrath-Fischer betont, dass der Prozess zum Ganztagsprogramm nur schrittweise umsetzbar sei. „Das ist ein mühsamer, steiniger Weg“, sagt sie. Vorbehalten der Eltern sei zu begegnen. So hätten manche die Befürchtung gehabt: „Oh Gott, mein Kind ist jetzt erst um fünf Uhr zuhause.“

Für die Verantwortlichen der Erich-Kästner-Schule bedeutet Ganztagsschule nicht einfach ein buntes Programm an die Zeit nach einem Mittagessen zu reihen. „Wir möchten konsequent, den ganzen Tag über arbeiten“, sagt die Stufenleiterin.

Und so gilt für alle neuen Jahrgänge: Schule fängt jetzt eine Schulstunde früher an. Freiwillig. Zum Lernen, Treffen und erstmal Ankommen

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