Baunataler Feuerwehr funkt künftig digital

Technisch wie äußerlich kein Vergleich: Stadtbrandinspektor Dirk Wicke (links) zeigt auf dem Bild ein 30 Jahre altes analoges Sprechfunkgerät. Der Migrationsbeauftragte der Feuerwehr Baunatal, Christin Kühn, stellt ein neues Digitalfunkgerät vor. Foto: Wohlgehagen

Baunatal. Die Umstellung auf den Digitalfunk sorgt bei vielen Feuerwehren für Frust und Ärger: Von Fehlern bei Planung, Umsetzung und Technik war die Rede. In der Stadt Baunatal sieht man diese Probleme nicht: Die neue Technik soll hier schon innerhalb der nächsten Wochen bei kleineren Einsätzen genutzt werden.

Die Einführung des kompletten Echtbetriebs ist laut Stadtbrandinspektor Dirk Wicke für 2015 vorgesehen.

„Wir sind seit einem halben Jahr in der Testphase und werden jetzt sukzessive weitere Digitalfunkgeräte in Betrieb nehmen“, sagte Wicke, der mit dem Migrationsbeauftragten der Wehr, Christian Kühn, gegenüber der HNA eine erste Zwischenbilanz über die seit dem Frühjahr laufende Praxiserprobung zog.

Man habe bisher auf dem Gebiet der Stadt Baunatal noch keine „Funklöcher“ entdeckt, auch die Kommunikation mit der Leitstelle Kassel sei ohne Probleme möglich, sagte Dirk Wicke.

Christian Kühn, der auf der Landkreisebene auch für die Schulung der Einsatzkräfte verantwortlich ist, kann so manche Kritik an der Digitalfunktechnik oder dem landeseinheitlichen Vorgehen nicht verstehen: „Einige haben schon geschimpft, bevor das Netz überhaupt fertig war.“ Man müsse die neue Technik verstehen, um die Geräte bedienen zu können, sagte Kühn. Zur Sprachqualität und flächendeckenden Abdeckung habe er bisher nur positive Rückmeldungen erhalten.

Die Stadt Baunatal hat in ihrem Etat 255 000 Euro für die Umstellung bereitgestellt. Dirk Wicke will die nächsten Monate nutzen, um für die Stadtteilwehren weitere MRT-Geräte, so die Bezeichnung der Funkgeräte in den Fahrzeugen, anzuschaffen. Außerdem sollen noch mehr Einsatzkräfte mit digitalen Handfunkgeräten (HRT) ausgestattet werden, sodass man dann in einem Jahr komplett loslegen könne. Das sei möglich, zumal das neue Funknetz jetzt auch in Nordhessen zur Verfügung stehe, sagte der Stadtbrandinspektor.

Die neuen Funkgeräte haben mit den Analog-Geräten auch rein äußerlich nicht mehr viel gemeinsam. Das gehe laut Christian Kühn mehr in die Richtung Handy-Nutzung. Auch der Verbindungsaufbau sei „so schnell, dass man es kaum mitbekommt“, so Christian Kühn weiter. Ein großer Vorteil des Digitalfunks sei dessen Sicherheit, weil ein Abhören des Sprechverkehrs von Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdiensten der Vergangenheit angehören werde. Baunatal plant, die alte und neue Technik künftig in allen Fahrzeugen, auch in dem für Großenritte bestellten Löschgruppenfahrzeug, noch parallel einzusetzen.

Das sei der in den Bundesländern zeitlich unterschiedlich verlaufenden Umstellung auf den digitalen Funkverkehr geschuldet und für Einsätze in anderen Bundesländern zum Beispiel im Katastrophenfall erforderlich, sagte Stadtbrandinspektor Dirk Wicke.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.