Kein Investor gefunden

Baunataler Gertrudenstift: Alte Häuser fallen

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Schuttberge: Das ehemalige Hauptgebäude und das „Schlösschen“ des Gertrudenstifts sind gefallen. Bagger wühlen sich derzeit durch die Überreste. Auch das Haus links soll demnächst abgerissen werden.

Baunatal . Mit einem dumpfen Grollen fressen sich die Bagger durch die Schuttberge. Da, wo bis vor wenigen Tagen noch ein mehrstöckiges Bettenhaus für früher mal 90 Bewohner stand, ist jetzt ein riesiger Steinhaufen.

Auch das sogenannte Schlösschen im Eingangsbereich gibt es nicht mehr. Die alten Gebäude des Altenpflegeheimes Gertrudenstift in Großenritte werden abgerissen.

Das Bild am Hang oberhalb des Baunataler Stadtteils verändert sich damit. „Alle alten Gebäude kommen weg“, sagt Gerhard Bernhardt, Vorstandschef des Vereins Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), der das Gertrudenstift betreibt. In zwei Bauabschnitten war 2006 bis 2008 in direkter Nachbarschaft für 14,5 Millionen Euro ein Neubau entstanden, in dem inzwischen 99 Pflegebedürftige leben. Seither stand das aus dem Jahr 1966 stammende alte Haupthaus leer. „Wir haben ein Jahr versucht, die Gebäude zu vermarkten“, sagt Bernhardt. Doch der Verein habe trotz unterschiedlicher Ansätze keinen Investor gefunden. Die Satzung des Vereins schreibe den Mitgliedern vor, innerhalb eines Jahres zu einer Entscheidung zu kommen, erläutert der Vorstandschef. 2012 sei deshalb der Abriss beschlossen worden.

Ebenfalls marode: Die alte Scheune neben dem Altenpflegeheim soll auch wegkommen.

Auch ein Wohnhaus fällt, in dem die Verwaltung zeitweilig ihren Sitz hatte, sowie ein benachbarter Stall, der ebenfalls dem Verein gehört. Lediglich drei daran angrenzende Garagen sollen laut Bernhardt stehen bleiben.

Der Abriss sei für den Verein keine einfache Sache, gibt der SELK-Vorstand zu. 250 000 Euro müssten aufgebracht werden. Geld, das mit der Kalkulation für den Neubau damals nicht zurückgelegt worden sei. Die frei werdende Fläche will der Verein auch weiterhin nutzen. „Da kommt ein Park für die Bewohner hin“, sagt Bernhardt.

Das Konzept für den Neubau ist indes aufgegangen. Laut Bernhardt ist das Haus oberhalb von Großenritte voll belegt.

Deshalb denke der Verein vorsichtig über eine Erweiterung nach - und zwar für an Demenz Erkrankte. „Das ist eine Erkrankung, die immer mehr Menschen betrifft“, erläutert er. Eine Erweiterung sei allerdings finanziell nur zusammen mit einem Partner zu realisieren.

Der Abriss der alten Gebäude soll bis Ende März abgeschlossen sein.

Von Sven Kühling

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