Knapp elf Meter langer Tank

Baunataler Knallhütte: Koloss für 60.000 Liter Bier

Baunatal. Obwohl ein Gewicht von sechs Tonnen an den Haken hängt, brauchen die Kranführer Jochen Lauterbach und Simon Drunkemühle viel Fingerspitzengefühl. Mit zwei Kränen hebt die Mannschaft der Firma Regel aus Hertingshausen den 10,80 Meter langen Tank im Zeitlupentempo vom Schwertransporter.

In der Luft, hoch oben über der Knallhütte wird der Koloss gedreht und aufgerichtet. „Wir brauchen zwei Kräne, sonst geht ja beim Anheben die Spitze des Tanks kaputt“, erklärt Lauterbach.

60.000 Liter Bier passen in den neuen Behälter, der am Himmel der Hütt-Brauerei bei Rengershausen schwebt. Die Erweiterung der Kapazität sei vor allem aufgrund der größeren Sortenvielfalt notwendig, erläutert Brauereichef Frank Bettenhäuser. 100.000 Euro kostet der neue Tank nach Angaben von Braumeister Klaus Reinl. Die Investition, sagt er, sei natürlich auch ein Zeichen dafür, dass es dem Unternehmen gut gehe.

„Wir brauchen zwei Kräne, sonst geht ja beim Anheben die Spitze des Tanks kaputt.“

Zwischen zwei und vier Wochen bleibt ein Bier je nach Brauvorgang in einem solchen Behälter. Rund 20 dieser Tanks stehen bereits auf dem Gelände des Unternehmens. Hergestellt wurde das Edelstahlteil von der Firma Gresser in Nöbdenitz bei Gera.

In der Nacht hat Lkw-Fahrer Guido Wache von der Spedition Vossmann das reisige Stück auf einem Schwertransporter nach Baunatal gebracht. Nach ein paar Stunden Schlaf auf dem Parkplatz vor der Brauerei steht der Fahrer nun wieder bereit und überwacht die Aktion an der Knallhütte.

Kurzzeitig gerät der Vorgang ins Stocken. Dachpappe hängt an der Öffnung auf dem Tankhaus über den Rand. „Weil die Öffnung abgedeckt war, konnte man das vorher nicht sehen“, erläutert Hütt-Mitarbeiter Peter Schollinger. Nachdem das überschüssige Material entfernt ist, wird der Tank-Transport durch die Luft fortgesetzt.

Der Sechs-Tonnen-Koloss überwindet eine Strecke von gut 35 Metern. „Kein Problem für uns“, sagt Kranführer Jochen Lauterbach. Der Ausleger des Kranwagens sei dafür ausgerichtet. Und sollte mal ein Teil tatsächlich zu schwer sein, meldet sich der Computer im Führerhaus des Fahrzeuges. „Dann geht nichts mehr“, so Lauterbach.

In Rengershausen ist das aber nicht der Fall. nach einer Stunde Arbeit sitzt der neue Tank auf der Öffnung. Eine Woche dauere es noch, bis der Behälter genutzt werden könne, sagt Peter Schollinger. Dieser müsse noch verschweißt und verrohrt werden. Schließlich wird der Edelstahltank mit frischem Gerstensaft befüllt.

Von Sven Kühling

Archivvideo: Zwei neue Vier-Tonnen-Tanks

 

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