Kino- und Kulturzentrum auf der Langenbergwiese kommt

Baunataler CDU kritisiert Kino-Investor Schäfer

Baunatal. Baunatal bekommt ein Kino in der Innenstadt. Das ist das Ergebnis der Sitzung des Stadtparlamentes am Montag im Rathaus. Kritik kam allerdings von der CDU.

Mit den Stimmen von SPD und einem Teil der Grünen wurde der Bau eines Kino- und Kulturzentrums auf der Langenbergwiese beschlossen und damit die letzte Hürde bei den Vorplanungen genommen.

Die CDU-Fraktion kritisierte allerdings scharf das Vorgehen des Investors, des Kasseler Kinobetreibers Wolfgang Schäfer (Cineplex-Capitol). Die CDU und andere Fraktionen seien im Vorfeld der Sitzung von Schäfer unter Druck gesetzt worden, so Fraktionschef Sebastian Stüssel.

In den vergangenen Monaten schien alles glatt zu laufen auf dem Weg bis zum Baustart. Doch kurz vor dem Beginn der Arbeiten auf der Langenbergwiese zwischen Europaplatz und Musikschule tauchten jetzt Vorwürfe seitens der Christdemokraten auf. Er habe mehrere E-Mails von Schäfer bekommen, in denen dieser gedroht habe, sich bei einer negativen Haltung zu dem Projekt an übergeordnete Parteigremien zu wenden, berichtete Sebastian Stüssel. „Von mir aus kann er sich an den Papst oder die Bundeskanzlerin wenden“, sagte Stüssel. Das werde seine freie Entscheidung und die seiner Fraktion nicht beeinflussen. Für Stüssel blieb das Fazit: „Für uns ist das auf diese Art und Weise nicht tragbar. Wir wollen mit so jemandem keine Geschäfte machen.“

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„Das hat ein Nachspiel“, sagte Wolfgang Schäfer auf Anfrage der HNA. „Das kann ich so nicht stehen lassen. Ich werde das auf anderen Ebenen zur Sprache bringen. Auf die E-Mails angesprochen sagte Schäfer: „Das sind alles Lügen.“

Zudem kritisierte die CDU einzelne Punkte aus dem Vertrag, den die Stadt mit dem Investor vereinbart hat. Das Papier sollte am Dienstag unterzeichnet werden. Nach Informationen der HNA soll die Stadt jährlich 100 000 Euro an Schäfer für die Nutzung von drei der sechs Kinosäle für Kulturveranstaltungen zahlen. Pro Jahr dürfen die Säle an 30 Terminen wochentags und zehn Terminen an Wochenenden belegt werden.

„Das ist eine jahrelange Förderung im sechsstelligen Bereich“, sagte Stüssel. Auch trete die Stadt quasi als Bank auf und gebe dem Investor Kredit. „Das sind Bedingungen in dem Vertrag, die für uns nicht tragbar sind.“

Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) und SPD-Fraktionschef Reiner Heine verteidigten das Projekt. Das Kinocenter bringe für die Stadt eine deutliche Steigerung der Attraktivität, so Heine. „Wir rechnen mit 100.000 Menschen mehr, die jährlich nach Baunatal kommen.“

„Ich stehe zu 100 Prozent zu dem Verhandlungsergebnis“, entgegnete Schaub der Kritik der CDU. Schaub verwies darauf, dass er alle Schritte frühzeitig mit den Fraktionen abgestimmt habe. Die vielen Wünsche der Fraktionen zu dem geplanten Komplex seien aber nicht zum Nulltarif zu haben, so der Bürgermeister. „Das habt ihr doch nicht ernsthaft geglaubt.“ Schaubs Fazit zu dem Kinoprojekt: „Es gibt aus meiner Sicht für die Stadt kein finanzielles Risiko.“

Von Sven Kühling

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