Beten auf Bergkämmen

Baunataler Pilger zur fünften Etappe gestartet

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Das Kreuz war immer dabei: Das Bild zeigt die Pilger der Kirchengemeinde Baunatal-Mitte bei ihrer Tour im vergangenen Jahr. Jetzt sind sie wieder unterwegs.

Baunatal. Pilgern bedeutet geistige Einkehr, ein Zu-sich-selbst-Kommen in der Stille. Das werden die Teilnehmer der von der Gethsemane-Gemeinde veranstalteten, fünften Etappe ihrer Pilgertour auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela ausgiebig genießen können:

Die Etappe führe über die Höhenzüge des Massif Central in Mittelfrankreich und durch häufig fast menschenleere Gegenden, sagt Pfarrer Günter Törner.

Der Geistliche ist am frühen Samstagmorgen mit dem Bus und 27 Pilgern aus Baunatal und verschiedenen Orten Deutschlands nach Les Setoux aufgebrochen. Dort endete im vergangenen Jahr die vierte Etappe. Ihr Weg wird sie von diesem kleinen Ort auf bis zu 1600 Meter hohe Bergkämme führen. Gut möglich, dass sie dort schon Schneeflocken erwarten. Heinz Arend wird im Kleinbus das Gepäck der Wanderer und das Abendmahl-Geschirr für den täglichen Gottesdienst transportieren. Der Rentner hat gleich zwei Navigationsgeräte mitgenommen, damit er die Pilgergruppe im Notfall in dem unwegsamen Gelände schnell findet.

Heinz Arend

Diejenigen Pilger, die bisher den Küchendienst für die Gruppe versehen haben, können diesmal entspannt mitwandern: Die Pilger kochen erstmals nicht selbst, sondern lassen sich in Pilgerherbergen abends mit warmen Mahlzeiten verköstigen. Törner hat diesmal ausschließlich Herbergen gebucht, wo die Teilnehmer Duschen und ein Bett erwarten. Vergangenes Jahr übernachteten die Pilger in Gemeindehäusern und sogar auf einem Campingplatz. Nun dürfte es für alle etwas komfortabler sein. Wo die Gottesdienste abgehalten werden, muss Törner von Fall zu Fall sehen. „Wir schauen, wo Kirchen geöffnet sind“, sagt er.

Langsam bekommen die Baunataler Pilger Übung: Am Anfang habe es wegen müder Füße oft schon nach einer Stunde der bis zu 36 Kilometer langen Teiletappen Probleme gegeben. „Das hat sich geändert“, sagt Törner. Bei kleinen Wehwehchen würden sich die Wanderer gegenseitig helfen. Sollte jemand Zahnprobleme bekommen, steht Heide Bahr, die Zahnarzthelferin, mit einer Notfallausrüstung bereit.

Am Ziel in Conques werden die Pilger die dortige berühmte Kirche besichtigen und nach einer kleinen Feier noch in der gleichen Nacht nach Baunatal zurückkehren.

Von Peter Dilling

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