VW Baunatal: Parkplätze werden knapp - zusätzliche Fläche geöffnet

Baunatal. Das Geschäft bei VW in Baunatal brummt. Im Werk arbeiten die 14 500 Beschäftigte an der Kapazitätsgrenze. Und weil viele Mitarbeiter mit dem Auto kommen, sind die Parkplätze rappelvoll. Einige stellen ihre Fahrzeuge sogar an den engen Zufahrtsstraßen ab.

Wenn sich dort zwei Autos begegnen, geht gar nichts mehr. Zur Entlastung hat das Unternehmen jetzt einen stillgelegten Parkplatz mit zusätzlichen 200 Plätzen freigegeben.

Die problematische Zeit liegt laut VW-Sprecher Rudi Stassek bei einer halben Stunde am Nachmittag. Dann nämlich, wenn die Beschäftigten der Spätschicht gegen 14.30 Uhr zur Arbeit kommen. „Die müssen suchen“, sagt Stassek. Nur wenig später entspanne sich die Lage wieder, weil die Mitarbeiter der früheren Schichten weg seien.

Die Enge auf den Parkflächen führt der Sprecher nicht nur auf die gute Auftragslage bei VW in Baunatal zurück. Schließlich hätten früher einmal die insgesamt 7500 Parkplätze für 22 000 Mitarbeiter ausgereicht. Vielmehr habe sich das Verhalten der Beschäftigten generell geändert. In den Anfangsjahren habe es noch eine Menge Fahrgemeinschaften gegeben, berichtet Stassek. „Da saßen oft vier bis fünf Leute in einem Auto.“ Heute, bei verschiedenen Schichtmodellen und Gleitzeit, wollten viele doch ihr eigenes Auto vor der Tür haben.

Ebenfalls in die Entwicklung passt, dass auch viele Azubis inzwischen mit dem eigenen Auto vors Werkstor rollen. Stassek schätzt, dass etwa zwei Drittel der Auszubildenden über 18 Jahre einen Pkw haben. „Vor 40 Jahren war das nicht mal eine Hand voll.“

Rettungswagen blockiert

Während des großen Ansturms am Nachmittag stellen immer mehr Mitarbeiter ihre Autos einfach am Rand der Zufahrtsstraßen ab. Laut Stassek führt das dazu, dass die Transporter der Firma Dierks, die die neuen Autos für die Werksangehörigen aufbereitet, nicht mehr durchkämen. „Und bei einem Unfall kommt der Rettungsdienst nicht mehr weiter.“

Knöllchen von der Stadt

Da der Werkschutz selbst keine Knöllchen ausstellen darf, bedient er sich der Stadt Baunatal.

Laut Stadtsprecher Roger Lutzi treten die Mitarbeiter des Sicherungsdienstes als Zeugen auf und melden die Verkehrsverstöße an das Ordnungsamt. „Dann wird bei uns das normale Verfahren in Gang gesetzt.“ 2010 habe das Rathaus 1550 Ordnungswidrigkeitsverfahren von Vorfällen auf dem Parkplatz bearbeitet, sagt Lutzi. Die Einnahmen fließen in die Stadtkasse.

Laut Stassek wollen sich Werkssicherheit und Betriebsrat nun intensiv mit der Situation befassen. Ab Februar werde sich die Lage von selbst etwas entspannen. Dann nämlich seien schon wieder mehr Beschäftigte im Urlaub. Um längerfristig Entlastung zu schaffen, sollten mehr Mitarbeiter, die im südlichen Bereich des Werkes arbeiteten, die noch freien Flächen am Süd-Tor nutzen.

http://regiowiki. hna.de/VW-Werk

Von Sven Kühling

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