Baunataler wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt

Kassel / Baunatal. Wegen gefährlicher Körperverletzung muss sich ein 26-jähriger Baunataler vor dem Landgericht Kassel verantworten. Er soll einen jungen Mann malträtiert haben.

Diesmal ließ sich das Landgericht die beiden Zeugen von der Polizei vorführen. Zum Verhandlungstermin in der vorigen Woche war weder der junge Mann erschienen, der im Juli 2010 nach durchzechter Nacht in einer Wohnung am Kasseler Mattenberg übel zugerichtet worden war. Noch war der Mann der Ladung gefolgt, dessen Wohnung an jenem Morgen zum Tatort wurde. Ein 26-Jähriger Baunataler muss sich nach den Vorfällen wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Er kenne den Angeklagten ganz gut, sagte der Wohungsbesitzer nun dem Gericht. Man habe früher „zusammen rumgehangen“. Ob der Zeuge vor dem fraglichen Juli-Abend von der „bewegten Vergangenheit“ gewusst habe, die „sich in großen Aktenbergen niederschlägt“, wollte Richter Jürgen Stanoschek wissen. Der Zeuge verneinte. „Dass der zu Gewalttätigkeiten neigt?“ Auch das verneinte der 31-jährige Kasseler.

Freunde zum Feiern eingeladen

Er berichtet, er habe damals ein paar Leute zum Feiern zu sich eingeladen - weil er am nächsten Tag einen Job begann. Er selbst habe sich zurückgehalten. Einer der Gäste habe versucht, den Angeklagten mit Jägermeister abzufüllen. Sinnlos betrunken sei aber niemand gewesen - und alles friedlich - als er selbst früh morgens zu der neuen Arbeit aufbrach. Am späten Vormittag habe dann die Polizei angerufen.

Der damals malträtierte junge Mann berichtete als Zeuge, er versuche noch heute den Mattenberg zu meiden. Und er bestätigte eine Geschichte, die das Gericht schon von einem anderen Zeugen gehört hatte: Dass er, der später Geschädigte, mit dessen Freundin eine Affäre hatte.

Dass es bei der „Feier“ einen Wortwechsel über diese Frau gab - und der Angeklagte diesen missverstanden und auf seine eigene Partnerin bezogen habe. Auch jener andere Zeuge habe ihm ein paar Schläge versetzt, sagte der Zeuge. Der sei aber zuvor selbst vom Angeklagten angegangen worden. Warum er der Polizei erzählte, er kenne den Namen jenes anderen Zeugen nicht, wollte Verteidiger Bernd Schubert vom Geschädigten daraufhin wissen. Ob er den raushalten und alles auf den Angeklagten schieben wolle? Der junge Mann verneinte.

Psychiatrisches Gutachten

Über den Angeklagten soll beim nächsten Termin ein psychiatrisches Gutachten erstattet werden. Sein Betreuer berichtete, seit einem Klinikaufenthalt Ende 2010/Anfang 2011 lasse sich der Baunataler regelmäßig Psychopharmaka verabreichen. Das habe ihn stabilisiert.

Von Katja Schmidt

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