Baunataler will ohne Partei in den Bundestag

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Will seine Visitenkarte auch im Bundestag abgeben: Werner Bracht aus Großenritte möchte als unabhängiger Abgeordneter nach Berlin.  

Baunatal. Werner Bracht aus Baunatal-Großenritte will bei der Bundestagswahl am 22. September im Wahlkreis 167 (Waldeck) als unabhängiger, parteiloser Kandidat antreten.

Kurzclip: Werner Bracht

Werner Bracht hat sich in seinem Büro eine Art Mini-Fernsehstudio gebaut. Dort nimmt er Videos mit seinen politischen Botschaften auf, die er schließlich auf seiner Homepage im Internet veröffentlicht.

Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 will der Großenritter im Wahlkreis 167 (Waldeck) als unabhänghiger, parteiloser Kandidat antreten.

Werner Bracht stört vor allem, dass im Bundestag ausschließlich die Parteien das Sagen haben. „Das passt mir nicht. Nirgendwo steht, dass die ganze Macht von den Parteien ausgeht“, sagt der 64-Jährige und verweist auf Paragraf 21 des Grundgesetzes, wo nur eine Mitwirkung der Parteien verankert sei.

Zu wenig Wählerbeteiligung

Als zweites gewichtiges Ziel will Bracht, dass die Bürger künftig mehr an politischen Entscheidungen beteiligt werden. Im Paragraf 20 des Grundgesetzes sei verankert: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“. Zwei Kreuzchen bei einer Bundestagswahl in vier Jahren seien ihm als Wählerbeteiligung zu wenig.

Werner Bracht war selbst mal in der Parteipolitik aktiv. Anfang der 80er-Jahre saß er für die FDP im Baunataler Stadtparlament. Schon damals habe ihn gestört, dass die meisten Vorschläge der Opposition aufgrund von Parteipolitik abgeschmettert wurden. „Ich habe etwas gegen Parteihörigkeit. Schließlich verließ der selbständige Informatiker auch die Freien Demokraten.

Ganz wichtig ist Werner Bracht, dass er nicht als Meckerer und Motzer da steht. Er sei mit Baunatal zufrieden, sagt er und lobt sogar den politischen Gegner. „Wir haben einen guten Bürgermeister.“

Viel Gutes schüttet er auch über seinem Wahlkreis aus. „Ich habe mich im Sommer mal ins Auto gesetzt und bin den gesamten Wahlkreis abgefahren. „Von Baunatal bis Willingen und von Bad Karlshafen bis Bad Wildungen.“ Die vielen schönen Ecken habe er fotografiert und ebenfalls auf seine Internetseite gestellt.

Um überhaupt für den Bundestag kandidieren zu können, muss der Großenritter 200 Unterstützerunterschriften vorlegen. 40 habe er schon zusammen, der Rest sei ebenfalls kein Problem, sagt er. Bracht betont, dass er seine Kandidatur sehr ernst nehme. Rund 20 000 Euro stecke er aus der eigenen Tasche in den Wahlkampf. Erst, wenn er über zehn Prozent bei der Wahl bekomme, erhalte er 2,80 Euro pro Stimme Wahlkampfkosten-Erstattung.

Bracht lebt seit 1962 in Großenritte. Sein Vater stammt - passend zum Wahlkreis - aus dem später vom Edersee verschluckten Dorf Bringhausen. „Bei niedrigem Wasserstand sieht man noch die Mauern.“ Bracht ist in zweiter Ehe verheiratet, aus erste Ehe hat einen Sohn und eine Tochter.

Übrigens: Seiner politischen Bewegung hat er den Namen „Waldecker Demokratie“ gegeben. Das sei ein schöner Name für einen schönen Wahlkreis.

Von Sven Kühling

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