Schlaglöcher: Kommunen flicken aus eigenem Etat

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Abgeflogen: Ein Schlagloch in Elgershausen sorgte vor einigen Jahren dafür, dass mehrere Autos Radkappen verloren.

Baunatal/Schauenburg. Immer noch nagt der Frost an den Straßen. Vor allem in der Stadt Kassel hat sich so manche Fahrbahn in den vergangenen Wochen in eine Schlaglochpiste verwandelt.

Im Landkreis Kassel halten sich die Schäden überraschend in Grenzen. „Das ist nicht so problematisch, was wir haben“, sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn .

Vor ziemlich genau zwei Jahren hatte das Land Hessen aufgrund unzähliger Straßenschäden ein Schlagloch-Sonderprogramm aufgelegt. Eine solche Aktion werde es 2013 jedenfalls nicht geben, sagt Horst Sinemus , Sprecher der Landesbehörde Hessen Mobil. 100 Millionen Euro wurden 2011 zur Beseitigung von Furchen, Rissen und Löchern bereitgestellt. „Davon profitieren wir zum Teil heute noch“, sagt Kühlborn. Viele Straßen seien damals so gut geflickt worden, dass man erstmal Ruhe habe.

Trotz des anhaltenden Frostes gibt der Sprecher zunächst für die überörtlichen Verbindungen Entwarnung: „Wir haben keine Notrufe von den Straßenmeistereien.“

Deckschicht aufgeplatzt

Nicht ganz so rosig sieht es auf den städtischen Straßen in Baunatal aus. 126 Kilometer Straße betreut die VW-Stadt selbst. Etwa 25 Bereiche mit etwa 60 bis 80 Schäden gebe es verteilt auf alle Stadtteile, sagt Bauamtsleiter Uwe Schenk . Mit Kaltbitumen flickt der Bauhof die löchrige Fahrbahndecke. Bei Löchern, die über zehn Zentimeter tief seien, müsse man schnell reagieren, sagt Schenk. „Wir arbeiten das ab.“ Wie bereits 2012 will Baunatal den Bürgern wieder die Möglichkeit einräumen, Straßenschäden telefonisch beim Bürgerbeauftragten zu melden. Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) geht davon aus, dass das ab Mitte März möglich sein wird.

Schäden halten sich in Grenzen

Auf dem Gebiet der Gemeinde Schauenburg sind die Schäden in relativ gering. „So schlimm wie vor zwei Jahren ist es nicht“, sagt Bauamtsleiter Jochen Ickler.

Einen Überblick über Schäden auf den Bundes- und Landesstraßen habe man noch nicht, sagt Horst Sinemus von Hessen Mobil. Diesen werde man sich erst Mitte März verschaffen. Derzeit flickten die Mitarbeiter der Straßenmeistereien Löcher mit Kaltmischgut. Kassels Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich schätzt die Schäden in der Großstadt etwa in der Größenordnung ein wie im vergangenen Jahr. „Der Winter ist aber (lange) noch nicht vorbei.“

Von Sven Kühling

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