Buchenstämme liegen am Wegesrand

Der Baunsberg als Holzlieferant

Schweres Gerät: Marco Neuschäfer überprüft diesen 13 Tonnen schweren Kranrückeschlepper. Der rollt auf breiten Ketten, damit der Waldboden keinen Schaden nimmt.

Baunatal. Wer derzeit die Runde um den Baunsberg läuft, der wundert sich über so manche Spur im Wald. Schwere Fahrzeuge sind breitspurig die steilen Hänge hochgefahren. Überall am Wegesrand liegen aufgeschichtete Buchenstämme.

Hessenforst ist im unteren Abschnitt des bei Joggern und Spaziergängern beliebten Waldstückes mit umfangreichen Pflegearbeiten aktiv. Das Wirrwarr aus Spuren und Baumstämmen ist Ergebnis eines genauen Plans: Revierförster Arnd Kauffeld hat all die Abschnitte auf Karten und in Statistiken zum Baumbestand festgehalten. „1200 Festmeter Holz holen wir in diesem etwa raus“, sagt Kauffeld. Das entspreche der Holzmenge, die pro Jahr auf dem 150 Hektar großen Areal des Baunsberges von allein wieder nachwachse. „Danach ist erstmal wieder drei Jahre Ruhe.“

Hessenforst verfolgt zwei Ziele mit den umfangreichen Arbeiten, die noch bis in den März laufen. Erstens will der Landesbetrieb das Holz vermarkten. Zum anderen geht es um Naturschutz. 25 Hektar des Waldes werden laut Kauffeld beispielsweise völlig sich selbst überlassen. In abgestorbenen Stämmen gibt es Lebensraum für zahlreiche Käferarten. Das modernde Holz am Boden diene außerdem als Feuchtigkeitsspeicher, sagt Kauffeld und drückt zur Anschauung gleichzeitig mit der Faust Holzspäne aus dem Innern eines vermodernden Baumstammes aus, so dass kräftig Wasser herausläuft.

Den Blick nach oben gerichtet: Förster Arnd Kauffeld schaut genau hin, wo er der nachwachsenden Generation von Bäumen mehr Luft verschaffen muss. Die Buchen werden bis zu 150 Jahre alt.

Zum Teil werden die Buchenstämme aus den bewirtschafteten Abschnitten an Firmen verkauft, zum Beispiel für den Bau von Möbeln und zur Fertigung von Furnier und Spanplatten. Zum Teil werden einfach Bäume gefällt, um jungen Nachbarbäumen mehr Licht und Luft zu verschaffen, damit diese sich entwickeln können. Das übrige Holz geht dann untere anderem an Privatkunden zum Verfeuern im heimischen Ofen.

Die 13 Tonnen schwere Rückemaschine bewegt sich laut Kauffeld auf wenigen dafür vorgesehenen Wegen. Die Maschine sei mit Ketten und sehr breiten Rädern so ausgestattet, dass sie auf dem Waldboden keine Schäden verursache, erläutert der Experte. Die Spuren seien nur oberflächlich. Die Hauptwege sollen am Ende der Arbeiten zudem von einer Spezialmaschine wieder geglättet werden.

Natürlich seien die Wege des Baunsberges aufgrund des Maschineneinsatzes sehr matschig geworden, räumt der Förster ein. Jetzt sei auch noch das Schmelzwasser vom Schnee hinzugekommen. Für Waldsbesucher sei das schon manchmal ärgerlich, sagt er. Hinzu komme noch, dass Wege während der Baumfällarbeiten aus Sicherheitsgründen gesperrt werden müssten. „Wir schildern dann Umleitungen aus.“

Bilder zu den Baumfällarbeiten

Baumfällarbeiten am Baunsberg

Die Forstarbeiten laufen vom Baunsberg aus dann weiter in Richtung Kassel. In einer großen Aktion mit schwerem Gerät werden unter anderem am Samstag und Sonntag, 22./23. Februar, Bäume entlang der Konrad-Adenauer Straße gefällt. Dazu wird die Straße laut Kauffeld jeweils von morgens bis in die Abendstunden voll gesperrt. Im Blick sind Bäume, die schlimmstenfalls auf die Straße fallen könnten.

Von Sven Kühling

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