Unterlagen über die frühere Söhrebahn lagen unbeachtet zwischen Sperrgut

Baupläne von 1907 im Müll

Glücklich über historische Pläne: Rudi Mendel (von links), Jacob Gross, Michael Bismarck, Gerhard Werner (Vorsitzender Geschichtskreis) und Günter Heß (Archivar Geschichtskreis) freuen sich über die Unterlagen zum Bau der Söhrebahn. Foto:  Rolwes

Söhrewald / Kassel. Die Arbeit der Heimatforscher in den dörflichen Geschichtsvereinen ist meist mit mühsamer Recherche über lange Zeiträume verbunden. Umso erfreulicher ist es, wenn man durch Zufall auf einen spektakulären Fund stößt.

So geschehen beim Geschichtskreis Söhrewald, der erst vor Kurzem ein Buch über den Bau und Betrieb der Söhrebahn veröffentlichte. Die original Planungsunterlagen aus den Jahren 1906 bis 1910 und die Dokumentation des Landankaufs für die Bahnanlagen galten bisher als verschollen. Wahrscheinlich im Krieg verbrannt, so lautete die offizielle Version.

Dem Eisenbahner Jacob Gross aus Lohfelden ist es zu verdanken, dass dieses Material nun nicht endgültig in der Versenkung verschwunden ist. Mit dem Verkauf des Bahnhofsgebäudes in Kassel-Bettenhausen wurde vor einiger Zeit der Keller leer geräumt.

Der Sperrmüll lag auf dem Bahnsteig. Und Jacob Gross entdeckte im Vorbeigehen eine dicke Mappe mit der Aufschrift „Söhrebahn“. Er sicherte den Fund und übergab die Mappe an Rudi Mendel, einen ehemaligen Lokführer der Söhrebahn.

Mendel ahnte die Brisanz des Fundes und reichte die Mappe direkt an Mitarbeiter des Geschichtskreises Söhrewald weiter. Michael Bismarck, ausgewiesener Söhrebahn-Experte und Buchautor, nahm schließlich hocherfreut den historischen Schatz in Gewahrsam. Eine besondere Karte von 1906 dokumentiert den Landankauf von Anliegern mit Namen und Berufsbezeichnungen. Nach der intensiven Auswertung und Sicherung für das Vereinsarchiv soll das Material im Staatsarchiv in Marburg seine letzte Ruhe finden. (pro)

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