Bauplätze locken Familien nach Fuldatal

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Altes und neues Wohngebiet: Auf dem Hasenstock in Ihringshausen bauen jetzt in erster Linie junge Familien.

Fuldatal/Ahnatal. Insgesamt 89 Einwohner hat die Gemeinde Fuldatal 2010 hinzugewonnen. Am Ende des Jahres lebten 11.874 Menschen in der Kommune im Norden Kassels.

Ahnatal hingegen, eine zwar kleinere, dennoch vergleichbare Gemeinde, die ebenfalls dem Speckgürtel zugerechnet wird, gehörte mit minus 65 Einwohnern zu den deutlichen Verlierern.

Wie sind die Unterschiede zu erklären?

Dass ihre Gemeinde die Gewinnerin der Bevölkerungsentwicklung 2010 im Landkreis Kassel ist, hat Bürgermeisterin Anne Werderich „positiv überrascht“. Trotz aller Freude müsse man die Zahl aber relativieren. Denn in den Jahren davor habe Fuldatal deutlich an Einwohnern verloren. 2008 waren 128 und 2009 131 Abgänge zu verzeichnen. „Von diesen Tiefpunkten erholen wir uns jetzt.“

Für den Zuwachs 2010 macht Werderich zum Beispiel den Umstand verantwortlich, „dass wir eine der wenigen Gemeinden sind, die freies Bauland haben“. Jetzt zeige sich auch, dass es richtig gewesen sei, die Preise für die Flächen auf dem Hasenstock in Ihringshausen zu senken. Je nach Lage kostet dort ein Quadratmeter zwischen 80 und 130 Euro, ursprünglich lagen die Preise 50 Euro höher.

Anfänglich standen auf 6,4 Hektar 105 Bauplätze zur Verfügung. Diese Zahl hat sich erhöht, da große Flächen geteilt wurden, sagt Antje Bolte vom Bauamt. Von dann 80 Grundstücken für Einfamilienhäuser seien über 60 verkauft, davon sechs in diesem Jahr. Reservierungen und Anfragen gebe es darüber hinaus für Mehrfamilienhäuser und die Sonderfläche für einen Lebensmittelmarkt.

Für den Zuwachs an Einwohnern – „viele junge Familien“ – macht die Bürgermeisterin weitere Faktoren verantwortlich. Als Randgemeinde von Kassel sei Fuldatal gut mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar. Und dann gebe es in Ihringshausen, wo klar der Schwerpunkt der Entwicklung liege, „alles, was Familien brauchen“. Kindergärten, Hort, Schulen, alle notwendigen Dienstleistungen und Einkaufsmöglichkeiten.

Dies sei in Ortsteilen wie Simmershausen, Knickhagen oder Wahnhausen nicht der Fall. Auch wenn dort Wagen von Einzelhändlern fahren und man sich über den Bringservice von Geschäften versorgen könne, „machen uns die kleinen Orte Sorge“.

Fuldatal habe zwar keine große Industrie, ein guter Mittelstand sorge aber für Arbeitsplätze. Und die Konjunktur belebe sich, es gibt laut Werderich Gewerbeanfragen für die Erler-Anlage in Rothwesten und das Gewerbegebiet in Ihringshausen-West.

Über Jahre habe Ahnatal keine Baugebiete ausgewiesen, meint Bürgermeister Michael Aufenanger. Dies sei ein Grund für den Verlust von 65 Einwohnern 2010 auf 7939. Auf dem Kammerberg, Ende der 60er- bis Ende der 70er-Jahre bebaut, gebe es bei den Bewohnern einen hohen Altersdurchschnitt. Langsam finde ein Generationenaustausch statt. Und dann hofft der Bürgermeister, dass sich mit dem Ausbau der Regiotram die Situation für Ahnatal verbessert. Von Januar bis Juni 2011 sank die Einwohnerzahl nur um sechs Personen.

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