Nolda (Grüne): Losse-Übergang bei Sandershausen dient auch Berufspendlern von SMA

Baurat verteidigt Brücke

Niestetal/Kassel. Die Stadt Kassel hält an ihren Plänen für den Bau einer 250.000 Euro teuren Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Losse bei Sandershausen fest.

Der Übergang sei für „ganz andere Verkehrsströme ausgelegt“ als die im vergangenen Jahr eröffnete, wesentlich billigere Brücke über die Losse bei Niederkaufungen, sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) im HNA-Gespräch. Über die Brücke, die Teil des Radwegs R 4 ist, gelangten zahlreiche Berufspendler zum Solartechnikhersteller SMA in Niestetal, sagte Nolda.

Die Kalkulation des städtischen Hochbauamtes für die Betonbrücke hatte für Schlagzeilen gesorgt, weil der neue, in Holz ausgeführte Übergang bei Kaufungen lediglich 40.000 Euro gekostet hat. Dies sei nur die halbe Wahrheit, sagte Uwe Bischoff, Abteilungsleiter im Straßenverkehrs- und Tiefbauamt der Stadt. In der Summe seien die Kosten für die Fundamente und ingenieurtechnische Leistungen nicht enthalten, so Bischoff. Irritationen wegen der Höhe der Baukosten hatte es allerdings nicht nur wegen der Kaufunger Brücke gegeben.

Bei der Gemeinde Niestetal, die sich den kommunalen Anteil der Planungs- und Baukosten mit der Stadt Kassel teilt, war man zunächst von 200.000 Euro ausgegangen. „Wir haben noch mal mit der Gemeinde gesprochen“, sagte die Kasseler Amtsleiterin Ingrid Steinbach. Mit 250.000 Euro sei man nun kostenmäßig auch deshalb auf der sicheren Seite, weil man einen „Puffer“ eingebaut habe. Steinbach verwies in diesem Zusammenhang auf den „unsicheren Baugrund“ an der Losse bei Sandershausen. Die Stadt verteidigt auch die Entscheidung, statt Holz diesmal Beton als Baustoff zu verwenden. Eine Holzbrücke halte 20 bis 30 Jahre und müsse in dieser Zeit intensiv gewartet werden, sagte Brückenspezialistin Binasa Bidzan-Cornelius. Eine Brücke aus Beton könne dagegen bis zu 100 Jahre ihren Dienst tun.

Endgültig in trockenen Tüchern ist das Bauprojekt allerdings noch nicht. Zwar geht Amtsleiterin Steinbach davon aus, dass der Ende 2011 gestellte Förderantrag vom Land Hessen positiv bewertet wird. „Eine definitive Zusage gibt es aber noch nicht.“

Bis zu 80 Prozent vom Land

Wie berichtet, rechnen Kassel und Niestetal damit, dass das Land bis zu 80 Prozent der Kosten übernimmt, mithin also 200.000 Euro. Nach dieser Berechnung müssten die beiden Kommunen jeweils 25.000 Euro zahlen.

Von Peter Ketteritzsch

Rubriklistenbild: © HNA/Koch

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