„Baustellenfest“ war  Höhepunkt des Spielkongresses in Baunatal

Grünholz-Mobil begeisterte die Kinder: Michael Heuberger (Mitte) und sein Mitarbeiter Manuel Schmidt (rechts) zeigen hier Schülern der Langenbergschule, wie man schnitzt. Fotos: Dilling

Baunatal. In Baunatal ging am Samstag der internationale Spielekongress mit 150 Teilnehmern aus Deutschland, der Schweiz und Luxemburg zu Ende. Höhepunkt war das Baustellenfest, das zum Weltkindertag auf dem Marktplatz gefeiert wurde.

Baustellen sind in Baunatal mittlerweile Alltag: Seit Jahren wird geplant, gebaut und gepflastert, um die Innenstadt zu modernisieren und junge Familien anzulocken. Doch am Samstag gab es auf dem Marktplatz zum Weltkindertag eine Baustelle, die nicht nervte, sondern Kinderherzen höher schlagen ließ: An mehreren Spielstationen konnten die jungen Besucher Türme aus Holz errichten, Wohnanlagen aus Kartons, Höhlen in einem riesigen Sandkasten ausbaggern oder Porenbetonsteine zersägen.

Das Baustellenfest, das das Team vom Spielmobil „Augustine“ mit vielen lokalen Akteuren organisiert hatte, war zugleich der abschließende Höhepunkt des internationalen Spielkongresses in Baunatal. 150 Teilnehmer aus Deutschland, der Schweiz und Luxemburg diskutierten auch darüber, wie die in einer Bundesarbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Spielmobile etwas für die Integration der vielen Flüchtlingskinder tun können, die jetzt in Deutschland ankommen. „Es reicht nicht, einfach Spielzeug herauszuwerfen. Viele dieser Kinder sind traumatisiert. Wir brauchen eine Konzeption“, sagt Loreta Lieber, Leiterin des Baunataler Spielmobils Augustine. Man überlege derzeit, wie man die im ehemaligen Sagaflor-Gebäude in Hertingshausen - demnächst erwarteten - Flüchtlingskinder mit einheimischen Kindern in Kontakt bringen könne. Innerhalb der Bundesarbeitsgemeinschaft arbeite eine Arbeitsgruppe intensiv an dem Flüchtlingsthema, erklärte Lieber.

Für das Publikum standen auf dem Marktplatz Spiel und Spaß im Vordergrund. Letzterer wurde allerdings am Freitagvormittag durch den ständigen Regen getrübt. An diesem Tag präsentierte sich ein Dutzend Spielmobile aus ganz Deutschland und lud zum Mitmachen ein. Doch wegen des Wetters schauten nur wenige Schulklassen vorbei. Nachmittags sei der Zulauf aber gut gewesen, berichtete Lieber.

Betrieb herrschte vor allem im Grünholz-Mobil aus dem bayerischen Tittmoning. Dort hobelten, sägten und schnitzten die Kinder unter derAnleitung von Michael Heuberger und seines Teams beispielsweise Spazierstöcke.

Auf dem Europaplatz war das derzeit wohl größte existierende Spielmobil zu bewundern: Der „Rollmobs“ aus Bottrop, ein ausrangierter Doppeldecker-Bus, ist eine 15 Meter lange Spieloase, die auch bei schlechtem Wetter volles Programm fahren kann.

Spielkongress in Baunatal

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