Kreis: Bis zu zehn zusätzliche Klassenzimmer werden benötigt – Kommune will helfen

Baut die Stadt Baunatal für die Theodor-Heuss-Schule?

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Schon über der Kapazitätsgrenze: An der Theodor-Heuss-Schule in Baunatal wurden bereits vier Container mit Klassenzimmern aufgestellt. Die Anforderungen an das Raumangebot werden laut Schulträger noch weiter steigen.

Baunatal. Die Theodor-Heuss-Schule (THS) in Baunatal platzt aus allen Nähten. Für das laufende Schuljahr hat der Landkreis bereits vier Pavillons mit Klassenzimmern aufgestellt.

Der Träger geht davon aus, dass sich die Situation an der kooperativen Gesamtschule in den nächsten Jahren verschärfen wird. Weiterer Platz wird benötigt.

Laut Kreissprecher Harald Kühlborn geht es derzeit um eine Lösung gemeinsam mit der Stadt Baunatal. Gespräche über Möglichkeiten, weitere Klassenräume zu schaffen, liefen. Die THS hat aktuell 33 Klassenzimmer. Der Kreis gehe davon aus, sagt Kühlborn, dass die Einrichtung bis ins Schuljahr 2016/2017 bis zu 44 Räume benötigen werde.

Dem Vernehmen nach drehen sich die Gespräche zwischen Stadt und Kreis um ein Modell, nach dem die Kommune Räume schafft, der Landkreis diese dann anmietet. Als eine Variante wird ein Anbau an die benachbarte Musikschule genannt.

Kurzclip: Raumnot an der Theodor-Heuss-Schule

Kühlborn sagt bisher nur, dass sich das Baunataler Rathaus noch nicht festgelegt habe. „Eine Antwort haben wir noch nicht.“ Außerdem müssten natürlich dann die parlamentarischen Gremien des Kreises gefragt werden.

Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub hält sich ebenfalls noch zurück. Eine Diskussion um eine Beteiligung der Stadt sei verfrüht, sagt er. Er wolle zunächst die Einwahlzeit der Eltern für die weiterführenden Schulen ab 30. November bis März 2012 abwarten. Erst dann könne man entscheiden, ob zusätzliche Räume für die THS benötigt werden und wie eine Beteiligung der Stadt aussehen könnte. „Alles andere ist Kaffeesatzleserei.“

Schaub will deshalb auch nichts von der Idee eines Anbaus – beispielsweise an die Musikschule – wissen. Er habe bisher lediglich gesagt, dass die Stadt bei einem Engpass helfen werde.

Fest steht: Die THS erlebt einen Boom bei den Einwahlzahlen. Mit der Rückkehr der Schule 2008 von G 8 zu G 9 im Gymnasialzweig stiegen die Zahlen drastisch an. Allein in diesem Jahr starteten 232 Grundschüler an der kooperativen Gesamtschule.

Zum Vergleich: Die benachbarte Erich-Kästner-Schule (EKS), eine integrierte Gesamtschule, verzeichnete hingegen nur 38 neue Schüler. Die EKS hatte beispielsweise im Schuljahr 2008/2009 mit 187 Anmeldungen noch deutlich die Nase vorn, die THS rangierte damals bei 112.

Dem unkontrollierten Schülerstrom zur THS hat der Landkreis jedenfalls für das nächste Schuljahr einen Riegel vorgeschoben. Laut Kühlborn soll die Einrichtung nicht über die derzeit herrschende Siebenzügigkeit ausgeweitet werden. Dennoch brauche man für die nächsten Jahre eben die genannten zusätzlichen Klassenräume.

Für Schüler aus anderen Kommunen, beispielsweise aus Edermünde, Schauenburg und Kassel, könnte es eng werden. Bei zu vielen Anmeldungen für das kommende Schuljahr, so sagt der Kreissprecher, berücksichtige die Verwaltung an erster Stelle Schüler aus dem direkten Einzugsgebiet der THS.

Von Sven Kühling

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