750 Beschäftigte in Nordhessen betroffen

Millionenloch für Niestetal durch Stellenabbau bei SMA

Niestetal. Der erwartete Gewinneinbruch bei der Solarfirma SMA und die Ankündigung von Donnerstagabend, mehr als 1000 Stellen zu streichen, lässt bei der Gemeinde Niestetal die Alarmglocken läuten. Schließlich ist SMA der größte Gewerbesteuerzahler in der Gemeinde.

„Ich war schon geplättet“, so kommentierte Niestetals Erster Beigeordneter Werner Nicolaus, der den in Urlaub befindlichen Bürgermeister vertritt, die Nachricht gegenüber der HNA. Nicolaus rechnet durch die neue Lage mit einem Millionen-Defizit im Niestetaler Gemeindesäckel.

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Ende November werde man einen Nachtragshaushalt einbringen, genaue Zahlen gebe es aber noch nicht. „Wir hatten bereits eine angespannte Finanzlage“, berichtet der Vizebürgermeister. Nach schlechten SMA-Zahlen im Sommer habe die Gemeinde im Juni reagiert und eine Haushaltssperre verfügt. Dabei wurden die Investitionen auf 10,2 Millionen Euro begrenzt, die Baukosten für das größte Projekt – den Neubau eines Hallenbads – wurden bei 9,6 Mio. Euro gedeckelt.

Auch bei den laufenden Etatausgaben wurde der Rotstift angesetzt: 20 Prozent, das sind 817 000 Euro, will die Gemeinde in der Verwaltung einsparen. „Angesichts der neuen Situation werden wir auch andere Dinge auf den Prüfstand stellen“, kündigte Nicolaus an. Überdacht werden müsse auch der Schwimmbad-Neubau. „Man muss sich fragen, ob man das weiterverfolgt“, sagte er. Denn außer der Investition von fast 10 Mio. Euro erzeuge das Bad jährliche Folgekosten für die Gemeinde von bis zu 1,5 Mio. Euro. nIn ihrer Sitzung am 15. November sollen die Niestetaler Kommunalpolitiker darüber entscheiden, ob sie am Schwimmbadbau festhalten.

HNA-Interview im O-Ton: Das sagt SMA-Vorstandssprecher Urbon:

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In den vergangenen Jahren hat SMA viele Millionen Euro in die Gemeindekasse gespült. So konnte der Gemeindekämmerer in den Boomjahren der Solarwirtschaft von 2007 bis 2010 die Gewerbesteuereinnahmen regelmäßig nach oben korrigieren. Im Jahr 2010 explodierten die Einnahmen von 15 Mio. auf 37,8 Mio. Euro. Doch seit 2011 hat sich die Entwicklung umgekehrt. Im vergangenen Jahr sprudelten statt 28 Mio. Euro nur noch 24 Mio. Euro.

Und im laufenden Jahr wird die Gemeinde ihre Annahmen wieder drastisch nach unten korrigieren müssen. Wie weit, ist noch offen. Nicht betroffen von möglichen Kürzungen in Niestetal ist das Baugebiet Eichberg, wo im nächsten Jahr 90 Bauplätze entstehen sollen. Das sagte Gemeindesprecher Dennis Bachmann der HNA. Auch der Bau des fünften Kindergartens am Eichberg werde umgesetzt.

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