Innovative Gießereitechniken sind die Stärke des Werksleiters – und vielleicht auch sein künftiger Job

Becker, Spezialist für Leichtgewichte

Offiziell ist die VW-Personalie am Standort Baunatal  noch nicht entschieden. Auch weil, wie so oft, eine Entscheidung eine weitere nach sich ziehen wird. Aus dem Umfeld des Werkes ist aber zu hören, dass es in den kommenden Wochen ein Gespräch zwischen dem VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn und Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker  über die weitere Zukunft geben wird.

Unwahrscheinlich ist, dass sich Becker (64), nur weil es der Kalender vorgibt, im Frühjahr in den Ruhestand verabschieden wird. Wahrscheinlicher dürfte sein, dass er eine andere Aufgabe im Volkswagen-Konzern übernimmt, die ihm den innovativem Leichtbau ein Stück näher bringt.

Dafür bietet sich nicht nur die Gießerei am Standort Baunatal an. Bereits jetzt ist Becker auch für die konzerneigene Gießerei im polnischen Poznan (Posen) verantwortlich, die VW-Gießerei Hannover soll er dem Vernehmen nach wieder flott gemacht haben und aus den Reihen des Betriebsrates in Hannover, soll der Wunsch an den Konzernvorstand herangetragen worden sein, mit Becker auch künftig zusammenzuarbeiten. Für solch eine neue Aufgabe spricht, dass auf dem Gelände des Baunataler VW-Werks gerade eine neue Magnesium-Gießerei entsteht. Investitionssumme: ein zweistelliger Millionenbetrag.

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Von 1992 bis 2002 leitete Becker die Gießerei am Standort. Erst studierte er Elektrotechnik, dann noch Betriebswirtschaft, promovierte im Gießereiwesen und setzte später seine Professur drauf.

Leichtbau vorangetrieben

Seit geraumer Zeit forciert Becker den Leichtbau am Standort, da er zu den Zukunftstechnologien im Automobilbau zählt. 2013 stand das Standortsymposium, bei dem das Werk eigene Innovationen dem Konzernvorstand präsentiert, unter dem Überbegriff Leichtbau und CO2-Einsparungen. So wurde bei dieser Veranstaltung eine Magnesiumlegierung für Leichtbaustrukturen vorgestellt, bei denen Magnesiumblech und Magnesiumguss zu einer wirtschaftlichen Leichtbaustruktur kombiniert werden. Dadurch sinken die Materialkosten für die Leichtbauteile und beim Gießvorgang werden Herstellungskosten gespart.

Da VW in der Fertigung auf modulare Baukästen mit möglichst vielen gleichen Teilen setzt, könnte der teure Leichtbau zum Massenteil werden.

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